Bundesnetzagentur stellt hohe Wettbewerbsdynamik im Breitbandmarkt fest
Während der Breitbandmarkt nach Erkenntnissen des Jahresberichts der Regulierungsbehörde so dynamisch wächst wie kaum ein anderes Wirtschaftssegment, konstatiert die Netzagentur bei IPTV eine "bescheidene" Entwicklung.
Die Bundesnetzagentur hat am heutigen Dienstag in Bonn ihren Tätigkeitsbericht 2006/2007 für die Telekommunikations- und Postmärkte der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch das besonders starke Wachstum des Breitbandmarkts sieht sich die Behörde in ihrer Regulierungspolitik bestätigt. Die alternativen Netzbetreiber erreichten in Deutschland bereits einen Marktanteil von rund 20 Prozent. "Damit liegt Deutschland auch im europäischen Vergleich gut", sagte Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Gleichwohl wies Kurth darauf hin, dass nur zwei Drittel der Haushalte überhaupt die Möglichkeit haben, zwischen verschiedenen Netzbetreibern zu wählen. Deshalb sei eine Regulierung weiterhin notwendig.
In den letzten fünf Jahren wechselten über sechs Millionen Kunden vollständig zu einem der neuen Anbieter. Die Behörde rechnet damit, dass Ende des Jahres die Breitbandpenetrationsrate bei über 50 Prozent der Haushalte liegt, bezogen auf die Bevölkerung lag sie im zweiten Halbjahr 2007 bei 21 Prozent. Zwischen Juli 2006 und Juli 2007 wurden hierzulande 4,8 Millionen neue Breitbandanschlüsse verlegt. In Deutschland gäbe es kaum einen anderen Markt, unterstrich Kurth, der in so kurzer Zeit so viele neue Kunden gewinnen konnte.
Laut einer vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Untersuchung nutzen bereits 55 Prozent der Kunden Anschlüsse mit 2 bis 8 MBit/s. Andere europäische Flächenländer wie Großbritannien, Frankreich und Italien folgen mit deutlichem Abstand. Knapp 95 Prozent aller Breitbandanschlüsse sind allerdings DSL-Anschlüsse. Anbieter von Breitbandanschlüssen über TV-Kabel konnten im letzten Jahr ihren Marktanteil immerhin von 2 auf 5 Prozent erhöhen.
Die Bundesnetzagentur registrierte auĂźerdem einen deutlichen Trend zu DienstebĂĽndeln: Alle Unternehmen bieten BĂĽndel aus DSL-Anschluss, Internetzugang und Voice-over-IP-Diensten an. Ein solches so genanntes Double-Play-BĂĽndel kann heute schon fĂĽr monatlich unter 30 Euro erworben werden. Matthias Kurth: "Die moderaten Preise sind die HauptgrĂĽnde fĂĽr das Wachstum. Das spricht fĂĽr eine hohe Wettbewerbsdynamik auf diesem Markt." Eine angesichts der massiven Werbung eher "bescheidene" Entwicklung sieht Kurth im Bereich der IPTV-Fernsehdienste. So entschieden sich weniger als 1 Prozent der Haushalte bis zur Jahresmitte fĂĽr ein solches Angebot.
Die erfreuliche Entwicklung auf den Breitbandmärkten gehe "ausnahmslos auf das Vorhandensein regulierter und freiwillig angebotener Vorleistungsprodukte zurück", betonte Kurth. Angesichts der starken Dominanz der Deutschen Telekom konzentriere sich die Regulierung deshalb nach wie vor auf die Vorleistungsprodukte. Rund 60 Prozent der wettbewerblichen DSL-Anschlussangebote basierten 2007 auf dem TAL-Zugang. Knapp 40 Prozent der DSL-Anschlüsse der Wettbewerber basierten auf den Anschluss-Resale-Produkten der Telekom. Die Nachfrage sei zurzeit so stark, dass die Telekom sie nicht mehr zeitgerecht decken könne. Die Telekom müsse jedoch den Auftragsstau so schnell wie möglich abarbeiten, forderte Kurth.
Siehe dazu auch:
(Christiane Schulzki-Haddouti) / (vbr)