Antispam-Website Spamhaus bleibt vorerst im Netz
Das britische Antispam-Projekt Spamhaus.org bleibt trotz seiner Weigerung, in den USA 11,7 Millionen Dollar Schadenersatz an einen Spammer zu zahlen, ĂĽber seine angestammte Internet-Domain erreichbar.
Das von Steve Linford vorangetriebene Projekt Spamhaus.org, das in Abwesenheit eine Verurteilung zugunsten des Massen-E-Mail-Versenders E360Insight kassiert hatte, bestreitet die Gültigkeit des in den USA gefällten Urteils für seine Aktivitäten im Vereinigten Königreich und sieht sich seitdem der Drohung gegenüber, seine Domain könne per Gerichtsbeschluss abgeschaltet werden.
Zur Durchführung der Domain-Sperrung war zu erwarten, dass sich das Gericht aus Illinois an die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) wendet, die sich seit langem um Unabhängigkeit von der amerikanischen Politik bemüht. Trotz mancher Unkenrufe, ICANN werde einem solchen Ansinnen mehr oder weniger schnell stattgeben, hat die Organisation nun allerdings vorbeugend eine Stellungnahme veröffentlicht, sie sei weder autorisiert noch befähigt, eine individuelle Domain-Adresse aufzuheben, sogar wenn sie selbst vor Gericht gezogen würde – was freilich bislang nicht der Fall sei. (hps)