Google setzt auf Windenergie für US-Rechenzentrum
Windstrom mit einer Leistung von 48 Megawatt soll ein lokaler Energieversorger an Googles Rechenzentrum im US-Bundestaat Oklahoma liefern. Lob für diesen neuen Vertrag gab es auch sogleich von Greenpeace.
Google will sein Rechenzentrum in Mayes County im US-Bundesstaat Oklahoma mit Windenergie versorgen lassen. Wie der Suchmaschinenriese über sein Unternehmensblog mitteilte, wurde dafür ein Vertrag mit dem Energieversorger Grand River Dam Authority (GRDA) unterzeichnet. Dieser soll die Lieferung von Strom aus Windkraft mit einer Leistung von 48 Megawatt umfassen, die aus einem neuen Windpark in den Canadian Hills in Oklahoma stammen werden. Die Anlage wird wohl noch dieses Jahr ans Netz gehen.
Seit das Rechenzentrum in Oklahoma in Betrieb sei, habe Google eng mit dem lokalen Versorger GRDA zusammengearbeitet, um eine "grünere" Energieversorgung zu gewährleisten. Für Google stelle dies auch den ersten Vertrag mit einem Versorgerunternehmen statt direkt mit Besitzern der Anlagen dar. Insgesamt hat Google laut eigenen Angaben Lieferverträge über erneuerbare Energiequellen mit einer Gesamtleistung von 260 Megawatt abgeschlossen.
Rückenwind für den aktuellen Deal gab es auch sogleich von Greenpeace. In einem Blogpost lobte die Organisation Google für soviel "vorwärtsgewandtes Denken". Die Entscheidung sei ein "Signal", dem andere Internet- und IT-Konzerne folgen sollten. Im gleichen Zuge übte Greenpeace heftige Kritik an Microsoft. Auch wenn der Software-Konzern CO2-Neutralität als Ziel gelobe, fehle es dennoch an bedeutenden Investitionen in erneuerbare Energien. Statt wie Google direkt in grüne Energie zu investieren, setze Microsoft lieber auf Ausgleichsprojekte und Kompensationszahlungen, um die "dreckige" Herkunft seiner Energieversorgung zu verschleiern.
Gerade Microsoft hat sich in Sachen Green IT erst kürzlich blamiert: So wurde bekannt, dass der Konzern dem Wasserkraftlieferanten seines Rechenzentrums in Quincy im Bundestaat Washington mit absichtlicher Energieverschwendung gedroht hatte. Microsoft hatte bei Aushandlung des Vertrags den Energiebedarf zu hoch angesetzt und sah deshalb einer Vertragsstrafe von 210.000 US-Dollar entgegen. Die Drohung, die nicht benötigte Energie einfach zu verheizen, sei jedoch ein einmaliges und schnell beigelegtes Ereignis gewesen, wie eine Microsoft-Sprecherin den Berichten zufolge betonte. (axk)