Der schnellste Forensik-Computer

Deutsche und Schweizer Ingenieure haben mit EU-Förderung einen Computer entwickelt, der schnell und gerichtsverwertbar Dateien analysieren und kopieren kann.

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Von
  • Florian Rötzer

Deutsche und Schweizer Techniker haben den angeblich schnellsten mobilen Forensik-Computer entwickelt, um Beweismittel von Computern und Netzwerken zu kopieren und zu sichern. Unterstützt wird das Projekt IT Forensic von Eureka, einer europäischen Initiative zur Förderung marktorientierter Forschung und Entwicklung.

Angesichts der Zunahme der Computerkriminalität – "von der Geldwäsche und dem Betrug bis hin zum Terrorismus und der Kinderpornographie" – sei der Bedarf bei den Strafverfolgungsbehörden nach zuverlässigen forensischen Mitteln zur Sicherung der Beweismittel gestiegen. Die Beweise müssten nicht nur schnell erhalten, sondern auch fälschungssicher gewonnen werden, um vor Gericht anerkannt zu werden. Digitale Forensik benötige, so heißt es, eine schnelle Analyse und Kopien von Daten wie Bildern, Dateiübertragungen oder E-Mails, die sich auf Computern befinden.

Die Firmen Arina Electronics und mh SERVICE entwickelten als Teil des Gesamtprojekts mit dem TreCorder einen tragbaren Computer, der alle Arten der Speichertechnik lesen und von den Daten jeder Festplatte, Sektor für Sektor, Kopien mit allen gelöschten und durch Neuformatierung vermeintlich unzugänglich gemachten Dateien herstellen kann. Dabei werden drei interne HDD-Schreibschutz-Geräte für das gleichzeitige Kopieren von bis zu drei Festplatten verwendet, wodurch jede Möglichkeit verhindert werde, dass beim Kopieren Daten verfälscht werden können. Die hardwarebasierte Sicherung ermögliche den Schreibschutz, der für gerichtsverwertbare Beweismittel benötigt werde.

Mit dem in Zusammenarbeit mit Landeskriminalämtern und dem BKA entwickelten TreCorder können, wie mh SERVICE berichtet, 10 GByte in fünf Minuten beweissicher kopiert werden, wofür man zuvor 30 oder 60 Minuten gebraucht habe. In einem Praxistest seien 8,43 GByte pro Minute und 750 GByte in einer Stunde und 36 Minuten kopiert worden.

Eureka wirbt damit, dass sich für den neuen Computer bereits Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden sowie Finanz- und Steuerbehörden interessierten. Anwendungen wie der TreCorder machten Europa sicherer, die bessere Bekämpfung von Wirtschaftsverbrechen zudem wettbewerbsfähiger. Überdies prüften die in diesem Projekt gewonnenen Erkenntnisse auch das CERN und das National Institute of Standards and Technology (NIST) in den USA. (fr)