ServicewĂĽste Mobilfunkanbieter

Wenn es ums Geld geht, hört beim Finanzamt und bei Mobilfunkanbietern der Spaß auf. Beim Finanzamt kann ich das verstehen. Aber Mobilfunkanbieter rangieren bei mir mittlerweile auf einer Stufe mit Immobilienmaklern – nämlich der untersten.

vorlesen Druckansicht 3 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Jens Lubbadeh

Wenn es ums Geld geht, hört beim Finanzamt und bei Mobilfunkanbietern der Spaß auf. Beim Finanzamt kann ich das verstehen. Aber Mobilfunkanbieter rangieren bei mir mittlerweile auf einer Stufe mit Immobilienmaklern – nämlich der untersten.

Ich war lange Jahre bei Simyo. Die waren mir immer sympathisch, wollten fair sein in ihrer Preisgestaltung, sich absetzen von den Großen mit dem schlechten Ruf – sprich: Telekom, O2, Vodafone. 9 Cent für jede Minute, jede SMS. Das klang transparent und fair. War es auch. So fair, dass ich mir gleich zwei Sim-Karten bei Simyo zulegte. Die eine habe ich nur selten benutzt, meist in einem USB-Stick zum Surfen.

Vor kurzem kam ein Schreiben von Simyo: Mein Konto sei nicht gedeckt, die Lastschrift konnte nicht erfolgen. Ich solle umgehend den ausstehenden Betrag überweisen plus 15 Euro Gebühr für die Rücklastschrift. Dumm von mir, denn vor einem Jahr hatte ich meine Bank gewechselt – und natürlich vergessen, die neue Kontoverbindung bei der zweiten Simyo-Karte einzutragen. Ich benutzte sie wie gesagt nur sehr selten. Zähneknirschend zahlte ich, obwohl 15 Euro Abzocke sind und rechtlich nicht gestattet.

Aha, dachte ich dann, bei Geld versteht das faire Simyo also keinen Spaß. Nun habe ich meinen Hauptvertrag bei Simyo gekündigt. Nicht nur, dass sich, wie so viele andere auch, Simyo die Rufnummernmitnahme noch mit 25 Euro vergolden lässt. Sie zwangen mich auch, diese Gebühr per Sim-Karte abzurechnen und nicht etwa per Lastschrift. Dazu musste ich noch einmal ordentlich aufladen, obwohl ich gekündigt hatte. Seltsamerweise ging das dann nur noch in 40 Euro-Schritten und nicht wie früher in kleineren ab 15 Euro. Meine Karte war also übermäßig aufgeladen. Und jetzt weiß ich auch warum. Denn auf das Restguthaben warte ich heute noch.

Automatisch kommt das bei Simyo nicht. Man muss seinem Geld hinterherlaufen. Irgendwo versteckt auf der Seite gibt es ein Auftragsformular, das man per Hand ausfüllen muss und per Post zuschicken. Und erst dann kam die entscheidende Info: zusammen mit der alten Sim-Karte. Die hatte ich aber schon längst weggeschmissen. Und so wird sich Simyo wahrscheinlich mit diesem Trick mein Restguthaben doch noch einverleiben. Bravo Simyo! Jetzt seid ihr genauso wie die Großen. (jlu)