Boom bei Triple Play prophezeit
Der Markt für TV- und Videodistribution wird nach Einschätzung von Booz Allen Hamilton innerhalb von sechs Jahren um ein Viertel auf über 20 Milliarden Euro wachsen.
Bündelangebote aus Internet, Telefonie und Fernsehen werden sich nach Analysteneinschätzung in den kommenden Jahren immer stärker ausbreiten. "Bis zum Jahr 2011 könnten bis zu 12 Millionen deutsche TV-Haushalte diese neuen Bündelangebote nutzen", sagte Thomas Künstner, Medienexperte bei der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton, gegenüber dpa-AFX. Derzeit steckt der Markt für so genannte Triple-Play-Angebote noch in den Kinderschuhen.
Sein Optimismus begründete Künstner mit der Entwicklung in anderen Ländern. So haben in Frankreich bereits zwei Millionen Haushalte entsprechende Pakete bei den Anbietern gebucht. Forciert wird die Entwicklung vor allem von den Telekommunikations- und TV- Kabelnetzkonzernen, die mit dem Vordringen in den Medienmarkt neue Umsatzpotenziale erschließen wollen. "Die Telekomkonzerne kommen in ihren klassischen Kernmärkten unter Druck. Sie müssen in das neue Mediengeschäft einsteigen, um ihre Märkte abzusichern", sagte Künstner.
Der Markt für TV- und Videodistribution wird nach Einschätzung von Booz Allen Hamilton innerhalb von sechs Jahren um ein Viertel auf über 20 Milliarden Euro wachsen. Die Bereitschaft der Kunden, für Inhalte zu bezahlen, werde steigen, sagte Künstner. "Wir sind zuversichtlich, dass beim monatlichen Umsatz pro Kunden noch Platz nach oben ist." Zusammen mit den Umsätzen für Telekomdienstleistungen liege dieser derzeit bei 60 bis 70 Euro.
Auf Grund ihrer Erfahrung mit dem Kundenmanagement sieht der Experte die Kabelnetz- und Telekomfirmen im Vorteil gegenüber den klassischen Medienanbietern. Der Deutschen Telekom, die am Dienstag ihr Triple-Play-Angebot startete, traut Künstner "mittelfristig" eine Führungsposition in dem Markt zu. Trotz der zunehmenden Überlappung der Medien- und Telekommärkte rechnet Künstner nicht mit einer Fusionswelle unter den Anbietern. "Wir erwarten keine Großakquisitionen. Aber gezielte Zukäufe, um die jeweiligen Felder zu stärken." (dpa) / (jk)