IROS: Jubiläumsfeier mit Schönheitsfehler

Zur 25. International Conference on Intelligent Robots and Systems sollten Jubiläumsvideos für einen krönenden Abschluss sorgen, doch bei der Siegerwahl hatte die Jury kein gutes Händchen. In den letzten Workshops gab es aber noch Interessantes zu sehen.

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Von
  • Hans-Arthur Marsiske

Zum Ausklang der Robotik-Konferenz IROS laufen am Freitag noch mehrere Workshops zu verschiedenen Themen wie etwa dem Einsatz von Robotiksystemen in der Physiotherapie, intelligenten Rollstühlen oder Roboterhänden. Die Hauptkonferenz wurde bereits am Donnerstag mit einem Festakt beendet, bei dem auch mehrere Preise vergeben wurden. Außer den bei solchen Treffen üblichen Preisen für die besten wissenschaftlichen Präsentationen hatte es anlässlich des 25. Jubiläums IROS auch eine Ausschreibung für Jubiläums-Videos gegeben.

Aus 13 Einreichungen wurden sechs als Finalisten ausgewählt, die auf der Abschlussveranstaltung präsentiert wurden. Was ein besonderer Höhepunkt der Konferenz hätte werden können, erwies sich jedoch als große Enttäuschung. Die Videobeiträge waren ästhetisch durchweg auf unterem Niveau, hatten keine erkennbare Dramaturgie. Statt einen Gedanken überzeugend und nachvollziehbar zu entwickeln, hatten die Produzenten versucht, so viel Information wie möglich in die maximal fünf Minuten langen Filme zu packen. Laut Ausschreibungstext zählten jedoch "Qualität und Klarheit des Videos und der Erzählung" zu den Auswahlkriterien.

Reaktionsschnell: Diese künstliche Hand beweist Ballgefühl.

(Bild: Youtube )

Vor diesem Hintergrund ist wenigstens eine Entscheidung der Jury nicht nachvollziehbar. Der erste Gewinner, der Aufnahmen wie diese aus dem Oshikawa Oku Laboratory der Tokyo University zusammengestellt hatte, konnte immerhin noch mit beeindruckenden Bildern aufwarten. Beim zweiten Siegervideo kann dagegen von Klarheit der Erzählung keine Rede sein: Eine Frauenstimme spricht die ganze Zeit über anstrengend schnell, während gleichzeitig in ähnlicher Lautstärke Musik spielt und am unteren Bildrand Text eingeblendet wird. Wer nach dem Betrachten dieses Videos erklären kann, worum es darin geht, muss ein Konzentrationsgenie sein. Es handelt sich bei den Variable Impedance Actuators sicherlich um spannende und wichtige Forschung. Aber es hätte bessere Wege gegeben, sie zu würdigen. Die Prämierung dieses misslungenen Videos hat den IROS Jubilee Video Award entwertet. (ssu)