Burda wächst im Internet und im Ausland
Die bei Burda Digital gebündelten Internet-Geschäfte konnten kräftig zulegen. Das deutsche Kerngeschäft dagegen sei nicht einfach, habe aber durchaus gute Perspektiven.
Der Burda-Konzern wächst derzeit vor allem dank der Aktivitäten im Internet und im Ausland. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz so um 3,5 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro gesteigert worden, sagte Verlags-Vize Jürgen Todenhöfer am Dienstag der dpa in München. Auch das neue Jahr sei für die Gruppe gut angelaufen. Dabei gibt es im Inland erstmals wieder positivere Signale: "Im Anzeigengeschäft zeigen sich leichte Silberstreifen am Horizont." Insgesamt sollen die Erlöse 2006 weiter wachsen. Beim Gewinn stellt sich Burda auf ein stabiles Ergebnis ein.
Bereinigt um Zu- und Verkäufe wuchsen die Erlöse im vergangenen Jahr um gut fünf Prozent bei einem stabilen Ergebnis. 2004 hatte Burda dank Beteiligungsverkäufen den höchsten Gewinn in der mehr als 100-jährigen Firmengeschichte erzielt, auch operativ war es eines der besten Jahre für die Verlagsgruppe. Burda sieht sich seit der Übernahme der Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße in Sachen Reichweite sowie Anzeigen- und Vertriebsumsätze unter den Publikumsverlagen in Deutschland als klaren Marktführer. Die Zahl der Zeitschriftentitel wuchs im vergangenen Jahr um 13 auf 252 in 19 Ländern. Die Betriebsleistung stieg um drei Prozent auf gut zwei Milliarden Euro.
Burda konnte die nicht einfache Lage im deutschen Kerngeschäft gut kompensieren. "Die bei Burda Digital gebündelten Internet-Geschäfte steigerten ihren Umsatz um 40 Millionen Euro, die Auslandsverlage um 35 Millionen Euro und das Direktmarketing um zehn Millionen", sagte Todenhöfer. Auch die Hörfunkbeteiligungen hätten sich "sehr erfreulich" entwickelt. Gerade das Internet-Geschäft soll sein hohes Wachstumstempo beibehalten. Für 2006 rechnet Burda mit Wachstumsraten von 25 bis 30 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 33 Prozent.
Auch im traditionellen Geschäft sieht Burda mit seinen insgesamt deutlich über 7000 Mitarbeitern aber durchaus gute Perspektiven. "Die 'Faszination Zeitschriften' – beruhend auf hoher Glaubwürdigkeit, hoher Inspirationskraft und starker emotionaler Bindung – wird auch in Zukunft eine entscheidende Rolle bei Hubert Burda spielen", meinte Todenhöfer. Neue Verbreitungswege wie das Internet und der Mobilfunk böten die Chance, die starken Zeitschriftenmarken der Gruppe auch im Internet weiter zu entwickeln. "Diese Chancen werden entschlossen genutzt." (dpa) / (jk)