Strafverfolger beraten über bessere Bekämpfung von Online-Pornos
Die Verbreitung von Gewalt- und Pornodarstellungen per Internet und Handy nehme zu; auf einem Symposium sollen auch technische Möglichkeiten diskutiert werden, um den Tätern besser auf die Spur zu kommen.
Über Möglichkeiten zur verbesserten Bekämpfung von Kinderpornografie und Gewaltverherrlichung im Internet und per Handy beraten Chefermittler aus ganz Deutschland seit Mittwoch in Naumburg (Burgenlandkreis). Die Experten wollen sich auf dem dreitägigen Symposium über gemeinsame Strategien verständigen, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg mit.
Zu den Themen gehören laut der Generalstaatsanwaltschaft unter anderem der Kampf gegen "bandenmäßiges Verbreiten von Pornografie im Internet", gegen "Verbreitung pornografischer Darbietungen durch Live-Darstellungen im Internet", die Enschätzung der "strafrechtlichen Haftung des Administrators einer Webseite" und die Analyse von "Verbreitung von Gewaltdarstellungen (Happy-Slapping) und Pornografie mittels Handys". Themen der Diskussionen sind auch, welche technischen Möglichkeiten es gibt, um den Tätern besser auf die Spur zu kommen; die Strafverfolger wollen unter anderem über die Vorratsspeicherung von Verbindungsdaten und "Einsatz von Computersoftware zur Aufspürung von Fotos posierender Kinder" diskutieren.
Den Angaben zufolge nimmt die Verbreitung von Gewalt- und Pornodarstellungen per Internet und Handy zu. Allein in Sachsen-Anhalt habe sich die Zahl der Fälle 2006 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, heiß es laut dpa. Sachsen-Anhalts Zentralstelle zur Bekämpfung gewaltdarstellender, pornografischer und sonstiger jugendgefährdender Schriften – bei der Staatsanwaltschaft Halle – hat 2005 insgesamt 636 Verfahren eingeleitet. Knapp 90 Prozent davon betrafen Kinderpornografie, zehn Prozent Tier- und Gewaltpornografie sowie andere jugendgefährdende Straftatbestände. In den meisten kinderpornografischen Verfahren werde das Material über das Internet bezogen, heißt es bei der Staatsanwaltschaft Naumburg; die klassischen Medien wie Magazine und Videos hätten eher untergeordnete Bedeutung. (jk)