Xen Version 3.0.3 ist fertig
Die Entwickler der freien Virtualisierungslösung Xen haben gestern die Version 3.0.3 frei gegeben.
Die Entwickler der freien Virtualisierungslösung Xen haben die Version 3.0.3 frei gegeben. Die laut Roadmap eigentlich schon im Juli erwartete Fassung stellt keinen Meilenstein in der Entwicklung dar, bringt aber viele wünschenswerte Verbesserungen: ein neuer Scheduler, bessere Profiling-Funktionen, überarbeitete Unterstützung für den Betrieb nicht-modifizierter Gastsysteme, Überarbeitungen im Netzwerkbereich, IA64- und PowerPC-Support sowie eine neue Technik für das Ablegen virtueller Platten in Dateien, die ohne das anfällige loop-Dateisystem auskommt.
Xen spielt aus mehreren Gründen eine Sonderrolle in der Software-Kategorie, die es sich auf die Fahnen schreibt, mehrere Betriebssysteminstanzen auf einem System unabhängig voneinander zu betreiben: Xen ist ein echter Hypervisor, das heißt, es zieht eine weitere Software-Schicht unter dem eigentlichen Betriebssystem ein. Die verwaltet die Ressourcen, etwa CPUs und Hauptspeicher, unter den darauf ausgeführten Gastsystemen. Xen kann Gastsystemen direkten Zugriff auf einzelne Hardware-Komponenten gewähren, etwa Netzwerkkarten.
Anders als die übrigen Lösungen zur Virtualisierung verfolgt Xen zwei Ansätze: Der eine ist eine reine Software-Lösung und setzt voraus, dass die als Gast ausgeführten Systeme modifiziert sind (Paravirtualisierung); Anpassungen sind nicht für alle gängigen Systeme zu haben, so fehlen bis heute solche für ältere Linux-Kernel (2.4 oder älter) und natürlich nicht quelloffene Betriebssysteme wie Windows. Der andere Ansatz macht sich die in modernen Intel- und AMD-Prozessoren vorhandenen Funktionen zur Virtualisierung zu Nutze ("native Virtualisierung", in Xen-Kreisen "HVM" genannt), sodass auch unveränderte PC-Betriebssysteme laufen, etwa Windows oder ältere Linux-Distributionen. (ps)