Retune: Mit Kreativität und Phantasie

Am zweiten Tag der Retune-Konferenz in Berlin ging es unter anderem um RTC & Performing Arts und die Vision und Umsetzung einer "Open Source Company".

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Von
  • Manuela Krause

Auch der zweite Tag der der diesjährigen "Creative Technology Conference – Retune" im Berliner Planet Modulor bot den Besuchern ein vielfältiges und interessantes Programm. Die Themen des Tages waren u.a. RTC & Performing Arts, wie man aus Spielzeug medizinisch brauchbare Geräte bauen kann und die Vision und Umsetzung einer "Open Source Company".

Axel Stab von der Mechatronikwerkstatt Berlin widmete sich in seinem Vortrag der kreativen Nutzung moderner Fertigungsverfahren und dem Potential der CNC-Technologie. Dabei versäumte der gelernte Elektroniker und Ingenieur für technische Informatik es nicht, auf Hindernisse wie etwa das Verständnis des Prozesses von CAD über CAM bis zur Maschinenbedienung hinzuweisen. Stab kritisierte, dass das Zusammenspiel der drei involvierten Softwareebenen und der Hardware durch uneinheitliche Standards noch zu wenig anwenderfreundlich sei.

Regen Zuspruch fand der Vortrag von Jose Gomez Marquez von Little Devices. Er präsentierte die nächste Generation von DIY-Strategien im Bereich Gesundheit. Marquez demonstrierte, wie mit Improvisationstalent aus vorhandenen gewöhnlichen Materialien wie leeren Plastikflaschen oder Legosteinen medizinische Geräte gebaut werden können. Die Spielzeugpistole zum Spritzen von Injektionen, um viele PatientInnen in kurzer Zeit behandeln zu können, war eines seiner zahlreichen Beispiele. "Everyone can hack health", versicherte Marquez, und nach seiner Präsentation gab es niemanden, der dem Designer widersprochen hätte.

Auch der Vortrag von Frieder Weiss über die derzeitigen Möglichkeiten von Realtime Computing im Bereich künstlerischer Darbietung sowie eine Einführung in die Philosophie von GitHub – "An open source company for optimized happines" begeisterte.

Für diejenigen, die selbst kreativ werden wollten, gab es einige Workshops. "Basteln mit Fritzing und Arduino" richtete sich an Anfänger und Fortgeschrittene gleichermassen. Beim Workshop mit dem selbsthärtenden Silikongummi Sugru lernten die Teilnehmer dieses ungewöhnliche Material kennen und bekamen einen ersten Eindruck, was sich damit alles reparieren und herstellen lässt. Bei "123 Design" mit Christian Zöllner wurden die Möglichkeiten von mobilem 3D Scannen erforscht. Mit Hilfe der freien Software 123d-catch wurden Objekte im Stadtraum digitalisiert und anschließend mit 3D-Coat verformt und verbunden. Die daraus entstandenen Entwürfe wurden als Spanten-Modelle aus Karton oder MDF gelasert.

Den Abschluss bildete eine Open Source Party. Peter Kirn von Create Digital Music hatte das Programm zusammengestellt, bei dem Musiker auf selbstgemachten und teils sehr skurrilen Instrumenten musizierten. (cp)