IT-Arbeitsmarktstudie: Die Lage entspannt sich
Über das Jahr verteilt gab es für IT-Experten so viele offene Stellen wie lange nicht mehr, ergibt sich aus einer aktuellen Studie der Bundesagentur für Arbeit.
Die Talfahrt scheint ein Ende zu haben: Die Lage am Arbeitsmarkt für IT-Experten mit einer Fachhochschul- oder Uni-Ausbildung hat sich 2005 entspannt. Über das Jahr verteilt gab es für sie so viele offene Stellen wie lange nicht mehr – insgesamt 10.214. Das geht aus einer aktuellen Studie der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit hervor, die der dpa vorliegt.
"Ein schönes Highlight vom Jahr 2005 ist, dass die Zahl der Stellenmeldungen um zwanzig Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist", sagt ZAV-Arbeitsmarktexperte Bernhard Hohn. In den Jahren zuvor bewegten sich die Jobzahlen bei der Bundesagentur kaum über 8000. Während sich im Dezember 2003 noch knapp 12 IT-Experten auf eine offene Stelle bewarben, sank diese Quote im vergangenen Dezember auf 7,6. Dabei gingen die Beschäftigtenzahlen insgesamt nur leicht nach oben auf 158.808 (2004: 156.418).
Dennoch: Zeichen der Entspannung ziehen sich durch die gesamte Branche. Die Anzahl der Arbeit suchenden IT-Fachleute sank 2005 gegenüber dem Vorjahr erneut um etwa fünf Prozent und lag bei 17.150. Auch die Zahl der arbeitslosen IT-Fachleute mit Hochschuldiplom ging 2005 leicht auf 6224 zurück (Stand 30.09.). Ein weiterer Lichtblick: Fast die Hälfte ist weniger als sechs Monate lang arbeitslos.
Insbesondere Software-Häuser und IT-Dienstleister tragen zur Erholung auf dem Arbeitsmarkt bei. Sie meldeten 2005 fast 42 Prozent der offenen Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit. Schwierig bleibt der Arbeitsmarkt für diejenigen, die zu Zeiten des IT-Booms um die Jahrtausendwende durch einen Seiteneinstieg in die Branche kamen. "Seiteneinsteiger und Studienabbrecher haben wenig Chancen auf dem heutigen Arbeitsmarkt", sagt ZAV-Experte Hohn.
Problematisch gestaltet sich die Jobsuche auch weiterhin für junge Leute ohne Berufserfahrung. Gegenüber den Vorjahren nimmt ihre Zahl bei den Arbeit suchenden IT-Experten kontinuierlich zu. Stellten sie 2001 noch 15 Prozent, waren 2005 bereits knapp ein Viertel der Arbeit suchenden IT-Akademiker ohne Berufserfahrung. "Für jemanden ohne Berufserfahrung haben die Unternehmen kaum einen Arbeitsplatz", sagt Hohn. Dieser Trend zeigt sich auch bei den Altersangaben: Gut ein Drittel der arbeitslosen IT-Experten sind unter 35 Jahre alt.
Die Studie "Der Arbeitsmarkt für IT-Experten" kann ab Ende Februar auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit abgerufen werden. (dpa) / (jk)