Video-Branche erwartet starken Umsatzzuwachs durch neue Medien

Trotz starker Zuwächse werde mit den neuen Medien Blu-ray-Disc und HD DVD nicht annähernd ein ähnlich schnelles Wachstum wie beim Wechsel von der Video-Kassette zur DVD zu erreichen sein, hieß es beim Bundesverband Audiovisuelle Medien.

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  • dpa

Die Videobranche erwartet durch die neuen DVD-Nachfolger trotz des erbitterten Formatstreits für das zweite Halbjahr 2007 einen erheblichen Umsatzzuwachs. "Wir sind uns sicher, dass die bisherige Rekordmarke verkaufter Bildtonträger in diesem Jahr sogar noch weit übertroffen wird", sagte Joachim Birr, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Bundesverbands Audiovisuelle Medien (BVV). Bis Juni 2007 hatte die Branche 43,3 Millionen Discs verkauft.

Derzeit ringen die Blu-ray und die HD-DVD für hochaufgelöste Filme um das Erbe der DVD. Branchenbeobachter haben davor gewarnt, dass ein Streit die Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten fördern dürfte. Nach Angaben von Wolfgang Adlwarth von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben die neuen Medien zusammen im ersten Halbjahr 2007 rund 75.000 Käufer in Deutschland gefunden. Jeder erwarb durchschnittlich 1,5 Titel, was zu einem Umsatz von insgesamt 3,1 Millionen Euro führte. Die rückläufigen Durchschnittspreise bei der DVD würden mit der neuen Blu-ray und der HD-DVD wieder aufgefangen, sagte Adlwarth.

Allerdings werde mit den neuen Medien nicht annähernd ein ähnlich schnelles Wachstum wie beim Wechsel von der Video-Kassette zur DVD zu erreichen sein, sagte Dirk Lisowsky von Universal Pictures und Vorstandsvorsitzender des Verbandes. Die DVD hatte seit ihrer Einführung 1998 einen "rasanten Formatwandel" angestoßen und in wenigen Jahren die VHS-Kassette verdrängt, die inzwischen vom Markt fast völlig verschwunden ist. Universal gehört zu den Filmstudios, die ihre Filme in hoher Auflösung (HD) ausschließlich auf HD-DVD auf den Markt bringen.

Der Verband feierte am Donnerstag in Hamburg sein 25-jähriges Bestehen. Der im Jahr 1982 gegründete Verband erhob ein Jahr später erstmals die Daten für den Videomarktumsatz. Niemand habe ahnen können, dass sich der damalige Umsatz in Höhe von umgerechnet 430 Millionen Euro auf einen Gesamtumsatz von 1,59 Milliarden Euro 2006 vervierfachen würde, hieß es. (dpa) / (jk)