BT fordert Ausstieg des Bundes aus der Telekom

Jan Geldmacher, Chef von BT Deutschland, meint, in Deutschland solle man sich an dem britischen Modell orientieren. Durch einen vollständigen Rückzug des Staates dort sei es gelungen, einen funktionierenden Wettbewerb zu entwickeln.

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Jan Geldmacher, Deutschlandchef des britischen Telecom-Unternehmens BT, fordert einen Ausstieg des Bundes aus der Deutschen Telekom. Erst dann könne die Bundesnetzagentur freier agieren, sagte der Manager in einem Interview mit dem Handelsblatt. Bisher befinde sich die Regulierungsbehörde in Deutschland in einer Zwickmühle, denn sie müsse zwischen den Interessen der Marktteilnehmer und des Staates abwägen.

"Wir in Deutschland sollten uns am britischen Modell orientieren. In Großbritannien ist es durch den vollständigen Rückzug des Staates möglich geworden, einen funktionierenden Wettbewerb mit starken Unternehmen zu entwickeln", sagte Geldmacher. Sein Unternehmen werde "ein scharfes Auge auf die weitere Regulierungspolitik werfen“.

Von der Forderung der Deutschen Telekom nach einer Wende der Regulierungspolitik, um der Sicherung von Arbeitsplätzen ein größeres Gewicht einzuräumen, hält der BT-Manager nichts. Für ihn ist ein funktionierender Wettbewerb der beste Garant. Der Markt könne aber nur funktionieren, wenn sich der Staat raushielte, meint Geldmacher.

BT bietet in Deutschland unter anderem Sprachtelefonie, Call-Center- und Netzwerkdienste an. Im vergangenen Geschäftsjahr, das mit dem März endete, erzielte die deutsche Niederlassung der früheren, 1982 privatisierten British Telecom 838 Millionen Euro Umsatz. Der Bund ist an der Deutschen Telekom AG direkt mit knapp 15 Prozent, indirekt über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit knapp 17 Prozent beteiligt. (anw)