Microsoft sieht Wachstumschancen bei Windows Mobile
2005 habe sich die Zahl der mit Windows Mobile betriebenen Geräte auf sechs Millionen verdoppelt, freut sich Pieter Knook, Chef der Mobilgeräte-Sparte. Auch in diesem Jahr erwartet der Microsoft-Manager eine Verdopplung bei Geräten mit Windows Mobile.
Mobile Geräte für alltägliche Business-Anwendungen verkaufen sich gut. Zwar sind PDAs weltweit eher auf dem Rückzug, dafür werden Smartphones immer beliebter. Die Marktforscher von Gartner schätzen, dass der Absatz von Smartphones in diesem Jahr um 66 Prozent zulegen wird. Gerätehersteller kämpfen auf diesem rasant wachsenden Markt ebenso um Anteile wie die Anbieter der Betriebssysteme. Microsoft positioniert Windows Mobile gegen den anderen Platzhirsch auf dem Markt, Symbian.
2005 habe sich die Zahl der mit Windows Mobile betriebenen Geräte auf sechs Millionen verdoppelt, freut sich Pieter Knook, Chef der Mobilgeräte-Sparte, in einem Interview mit der Zeitung Euro am Sonntag. Auch in diesem Jahr erwartet der Microsoft-Manager eine Verdopplung bei Geräten mit Windows Mobile. Um schnell auf die Entwicklung des Marktes reagieren zu können, soll Windows Mobile in jährlichen Intervallen weiterentwickelt werden. So soll es in den kommenden Jahren mit dieser Wachstumsrate weitergehen. "Ich sehe keinen Grund, weshalb wir das nicht schaffen sollten", erklärte Knook.
Und das auch ohne Nokias Hilfe. Der Gerätemarktführer setzt weiter auf das System des von Nokia mitgegründeten Herstellers Symbian und verzichtet bisher auf Windows Mobile. Knook bezweifelt, ob das langfristig der richtige Weg ist. Die Kombination aus Hersteller von Hardware und Betriebssystem funktioniere selten gut. "Würden Sie als Endgerätehersteller Ihre Produktstrategie gern mit einem Software-Unternehmen teilen, dessen Haupteigentümer Ihr wichtigster Wettbewerber im Hardware-Geschäft ist?", fragt Knook.
Er sieht Chancen auch an anderen Ecken: Seit dem Einstieg in Push-Mail vor einem Jahr hätten sich mehr Anbieter für Windows Mobile entschieden. So gebe es jetzt zahlreiche Geräte bei Vodafone, und sogar Palm sei mit einem Windows Mobile Smartphone auf den Markt gekommen. Bei Push Mail sieht Knook noch starkes Potenzial. "Weltweit gibt es derzeit rund 15, vielleicht 20 Millionen Push-Mail-Nutzer", schätzt der Microsoft-Mann. "Davon dürften rund 30 bis 40 Prozent auf uns entfallen. Das wären also rund 4,5 bis sechs Millionen."
Dass Konkurrenten wie RIM von Microsofts Erfolg noch nichts bemerken, kann Knook verstehen. "Die meisten unserer User sind Neukunden, die vorher noch nie einen Push-Mail-Dienst genutzt haben". Der Kuchen wird gerade erst verteilt. Der Markt wachse zudem so schnell, "dass es viel leichter ist, Neukunden zu gewinnen, als zu versuchen, Kunden woanders abzuwerben." Auch RIM-Präsident Mike Lazaridis will dieses Potenzial ausschöpfen. Mit sechs Millionen Nutzern stehe RIM erst am Anfang, erklärte er der Welt am Sonntag. "Ein riesiger Markt. Und wir haben die Killer-Anwendung dafür." (vbr)