Nokia und Sanyo legen Geschäft mit CDMA-Handys zusammen
Gemäß einer noch vorläufigen Vereinbarung wird ein selbstständiges Tochterunternehmen ab dem dritten Quartal Mobiltelefone in dem vor allem in Nordamerika verbreiteten Standard entwickeln und vermarkten.
Die Elektronikkonzerne Nokia und Sanyo wollen ihr Geschäft mit CDMA-basierten Handys zusammenlegen. Eine von den Unternehmen noch als vorläufig bezeichnete Vereinbarung sieht vor, dass hierzu ein gemeinsames, rechtlich selbstständiges Tochterunternehmen gegründet wird, dessen Hauptstandorte im kalifornischen San Diego und in den japanischen Städten Osaka und Tottori sein werden. Nokia und Sanyo erwarten, im zweiten Quartal zu einer abschließenden Übereinkunft zu kommen. Das Gemeinschaftsunternehmen soll dann – vorbehaltlich der Zustimmung der Kartell- und Wettbewerbsbehörden – im dritten Quartal 2006 seinen Betrieb aufnehmen und zum Weltmarktführer für CDMA-Mobiltelefone aufsteigen.
CDMA (Code Division Multiple Access) ist ein vor allem in Nordamerika verbreitetes Mobilfunkverfahren der "zweiten Generation". Außerdem basieren 3G-Mobilfunktechnologien auf Codemultiplex-Verfahren, so das in Europa als UMTS bekannte WCDMA-Verfahren oder der amerikanische Standard CDMA 2000. Japanischen Medienberichten zufolge plant Sanyo auch, sein Geschäft mit CDMA-2000-Endgeräten in die neue Firma zu überführen. Unter welchem Namen das neue Unternehmen auftreten wird, gaben seine Gründer nicht bekannt. Allerdings ist in Statements von Firmenvertretern die Rede davon, Nokias "strong brand" mit Sanyos Verständnis für den CDMA-Markt zusammenzuführen.
Nokia hat nach eigenen Angaben derzeit rund 60 CDMA-Kunden weltweit, und Sanyo reklamiert bei mittel- und hochpreisigen CDMA-Handys eine Führungsposition. Führend im CDMA-Geschäft ist jedoch der Ausrüster Qualcomm, der zahlreiche CDMA-Patente besitzt. Über das Geschäft mit Mobilfunk-Infrastruktur hinaus verdient Qualcomm daher auch bei CDMA-Handys anderer Anbieter mit, nämlich als Chiplieferant und/oder als Lizenzgeber. (ssu)