Sportrechte-Marketing: Neue Medien stark im Kommen

Laut einer Studie der Wirtschaftsberatung Deloitte rechnet ein Großteil der Sportmarketing-Experten mit deutlichen Umsatzzuwächsen für die großen deutschen Profiligen im Internet- und Mobil-Geschäft. Hoch im Kurs steht vor allem "Highlights-Handy-TV".

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Stadien und Hallen sind voll, aus einem fast perfekten Sommermärchen (Fußball) wurde ein verlängertes Wintermärchen mit echtem Happy End (Handball), und selbst das langjährige Verharren der deutschen Basketball- und Eishockey-Auswahlmannschaften in der ambitionierten Mittelmäßigkeit bereitet Sportmarketing-Experten derzeit kaum Kopfzerbrechen. Im Gegenteil: Laut einer Studie der Wirtschaftsberatung Deloitte erwarten rund 70 Prozent der Vertreter des nationalen Sport-Business für alle vier großen deutschen Profiligen (DFL, HBL, BBL und DEL) ein Wachstum bei der Sponsoringvermarktung in der Saison 2007/08.

Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Vermarktung neuer Internet- und Mobil-Rechte. Im Rahmen der gemeinsam mit dem Institut für Sportmanagement (ISS) der FH Koblenz durchgeführten Deloitte-Studie erklärten rund 80 Prozent der Befragten, sie würden bis 2009/10 mit einem teilweise sogar starken Anstieg der Erlöse im Geschäft mit Sportrechten für Internetanwendungen rechnen; 70 Prozent gaben an, im Mobil-Business künftig mit einem deutlichen Zuwachs der Umsätze zu rechnen. Für die Saison 2007/08 liegen die Werte etwas niedriger: 60 Prozent rechnen mit Umsatzverbesserungen bei der Vermarktung von Internet-Rechten, 50 Prozent im Mobilbusiness und 40 Prozent im TV-Rechtemarkt.

"Die Erwartungshaltung für die Entwicklung der Einnahmen aus werblichen und medialen Sportrechten in Deutschland ist insbesondere aufgrund der technologischen Fortschritte weiterhin positiv", erläutert Stefan Ludwig, Verantwortlicher der Sport Business Gruppe von Deloitte. Während für die BBL (Basketball) und die DEL (Eishockey) mehrheitlich gleichbleibende Erlöse aus der Sponsoring-und TV-Rechtevermarktung in Zukunft erwartet werden, prognostizierten mehr als drei Viertel der Befragten positive Wachstumsraten für die Handball-Bundesliga (HBL) und die beiden Fußballbundesligen in diesen Feldern. Ähnliche Ergebnisse ergaben sich für Internet- und Mobil-Rechte.

Bei den kostenpflichtigen Mobil-Produkten steht bei den Marketing-Experten laut Befragung derzeit vor allem "Highlights-Handy-TV" hoch im Kurs, gefolgt von Sportwetten und Club-Portalen. Klingeltöne – etwa die Vertonung von Vereinshymnen wie "Lebenslang Grün-Weiß" (Werder Bremen) – belegen nur noch Platz vier (Vorjahr: Rang 1) vor "Live-Handy-TV" und News-SMS. "Lizenzierte Hardware", "Multi-Sport-Portale" und "Voting" landen als Erlösfelder hingegen auf den hinteren Plätzen. An der Befragung nahmen laut Deloitte 131 Entscheider aus Sportorganisationen, Medien-/IT-Unternehmen, Agenturen und Sponsoring-treibenden Unternehmen teil. (pmz)