Wiener Kabelnetz testet 100 Mbit/s
Der Wiener Breitband-Marktführer UPC Telekabel erprobt bisher nur im Labor präsentierte Bandbreiten nun in einem Feldversuch.
Der Wiener Breitband-Marktführer UPC Telekabel erprobt bisher nur im Labor präsentierte Bandbreiten nun in einem Feldversuch. In vier Gebieten des 10. Wiener Gemeindebezirks Favoriten können in diesem Monat einige auserwählte Chello-User Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s im Download und 30 MBit/s im Upload testen. Zur Übertragung dient das herkömmliche Koaxial-Kabel, über das gleichzeitig auch Fernsehen, Radio und Telefonie übertragen werden können. Ein spezieller Kabelmodem-Prototyp macht's möglich
Da Kabel-TV-Netze ein Shared Medium darstellen, sind für hohe Datenmengen entsprechend kleinere Nutzergruppierungen erforderlich. In den Räumlichkeiten des Kunden sollen jedoch keine Arbeiten notwendig sein. Im Test wird das Zusammenwirken der verschiedenen Netzwerkkomponenten observiert. "Ein wichtiger Bereich des Versuchs betrifft auch das Messen des nationalen und internationalen Datenverkehrs, darüber hinaus wird im Rahmen des Testlaufs auch das tägliche User-Verhalten der Friendly Customer beobachtet, um Erkenntnisse für die Entwicklung von zukünftigen chello Breitband Internet Produkten gewinnen zu können", führt der Netzbetreiber am heutigen Dienstag aus. Nach Abschluss der Tests werden die Nutzer wieder auf "normale" Bandbreiten umgestellt. Das derzeit flotteste Produkt, Chello extreme, ermöglicht maximal 16 MBit/s Down- und 1 MBit/s Upload.
UPC Telekabel ist eine Tochterfirma von Liberty Global. Mit dem Test soll offensichtlich auch die Notwendigkeit eines wienweiten Glasfasernetz-Ausbaus in Frage gestellt werden.
Siehe dazu auch den Schwerpunkt zum Internet per TV-Kabel in Ausgabe 3/06 der c't:
(Daniel AJ Sokolov) / (jk)