Defekte Festplatte vor Reklamation löschen
Zwecks Reklamation möchte ich eine externe Festplatte einschicken, kann aber die auf den Magnetplatten gespeicherten Daten nicht mehr löschen: Die Platte funktioniert ja nicht mehr. Gibt es eine Möglichkeit, diese Daten sicher zu vernichten, damit sie beim Hersteller nicht in falsche Hände geraten können?
Zwecks Reklamation möchte ich eine externe Festplatte einschicken, kann aber die auf den Magnetplatten gespeicherten Daten nicht mehr löschen: Die Platte funktioniert ja nicht mehr. Gibt es eine Möglichkeit, diese Daten sicher zu vernichten, damit sie beim Hersteller nicht in falsche Hände geraten können?
Vermutlich nicht. Sie müssen sich im Wortsinne entscheiden, was Ihnen die Vertraulichkeit Ihrer Daten wert ist: Wenn sich die Platte auch mit Tricks (s. unten) nicht vollständig überschreiben lässt, dann bleibt als Alternative nur die mechanische Zerstörung des Laufwerks. Genau das machen Großfirmen in solchen Fällen, wie Google in einem Video demonstriert (siehe c’t-Link).
Damit private oder im gesetzlichen Sinne schützenswerte Daten – etwa von Kunden oder Mitarbeitern – nicht in fremde Hände gelangen, sollten Sie sie sicher verschlüsselt abspeichern. Das setzt einen sehr sorgfältigen Umgang mit diesen Daten voraus, weil man einerseits darauf achten muss, niemals unverschlüsselte Kopien solcher Daten anzulegen und andererseits die Datenrettung sicher verschlüsselter Daten unmöglich ist, falls man den Schlüssel verliert. Wenn Ihnen der Aufwand dafür zu groß ist, müssen Sie die jeweiligen Datenträger vor fremdem Zugriff schützen. Das bedeutet, dass Sie auf Gewährleistungen oder Garantieleistungen verzichten oder für zusätzlichen Service bezahlen müssen. Alle großen PC-Hersteller bieten bei Bürocomputern und Servern für gewerbliche Nutzer die kostenpflichtige Option an, schadhafte Festplatten zu behalten und trotzdem ein Austauschprodukt zu erhalten. Die Leistung heißt beispielsweise Keep Your Hard Drive (KYHD, Dell) oder Defective Media Retention (HP).
Möglicherweise gelingt es Ihnen aber doch noch, die Festplatte anzusprechen: Probieren Sie zunächst die DOS-Versionen der Diagnose-Software des jeweiligen Herstellers aus wie SeaTools oder Hitachi Drive Fitness Test. Falls das nichts bringt, können Sie es mit einem anderen Betriebssystem wie Linux versuchen. Bei externen Festplatten mag es helfen, das eigentliche (SATA-)Laufwerk auszubauen und es direkt oder über eine andere USB-SATA-Bridge an einen PC anzuschließen. Möglicherweise verletzt der Ausbau der Festplatte aus einem externen Gehäuse aber eine Garantiebedingung – dann wäre die Aktion für die Katz.