USB-Stick voll nutzen

Als Werbegeschenk habe ich einen USB-Speicherstift mit einem schreibgeschützten Speicherbereich erhalten. Den will ich aber gar nicht nutzen – viel lieber wäre mir die volle Kapazität des Flash-Speichers. Kann ich die irgendwie „herbeizaubern“?

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 2 Min.

Als Werbegeschenk habe ich einen USB-Speicherstift mit einem schreibgeschützten Speicherbereich erhalten. Den will ich aber gar nicht nutzen – viel lieber wäre mir die volle Kapazität des Flash-Speichers. Kann ich die irgendwie „herbeizaubern“?

Möglicherweise, allerdings kaum mit legalen Mitteln. Die schreibgeschützte Partition wird meistens mit Spezialfunktionen des jeweiligen Controller-Chips im USB-Stick realisiert. Man muss deshalb die Firmware dieses speziellen Controllers verändern, um den kompletten Flash-Speicher nutzen zu können. Wie man die Firmware programmiert, ist üblicherweise nicht öffentlich dokumentiert. Man findet im Internet aber Software aus dubiosen Quellen, die das Problem lösen kann. Dabei handelt es sich vermutlich um illegal verbreitete Programmier-Tools des jeweiligen Controller-Herstellers, die möglicherweise mit Schadsoftware verseucht ist. Außerdem kann es mangels Dokumentation leicht passieren, dass eine Manipulation der Firmware des USB-Sticks diesen komplett unbrauchbar macht. Daher raten wir davon ab, ohne profunde Kenntnisse des jeweiligen Controllers in der Firmware herumzupfuschen.

Manche Controller-Chips für USB-Sticks wie der Innostor IS902 können einzelne Partitionen verstecken.

Aus technischer Sicht ist die Funktionsweise solcher Sticks recht leicht zu verstehen: Ihre Controller wie der Silicon Motion SM3257 oder der Innostor IS902 enthalten einen Mikrocontroller samt diverser Hardware-Engines, etwa für die ECC-Prüfung der Flash-Speicherchips oder die USB-Anbindung. Der Controller meldet sich als USB-Multifunktionsgerät (Multi-Function Device) – das sieht die USB-Spezifikation ausdrücklich vor und es ist etwa auch bei Speicherkartenlesern mit mehreren Schächten für unterschiedliche Kartentypen üblich. Das Betriebssystem erkennt dann also beispielsweise mit seinen eingebauten Standardtreibern zwei unterschiedliche USB-Massenspeicher (USB Mass Storage Devices), von denen einer schreibgeschützt ist. Bei Innostor heißt diese Funktion AI Security; auf dem FTP-Server von Innostor findet sich auch Software dazu.

Manche Sticks melden ihre schreibgeschützte Partition auch als optisches Laufwerk an, also wie ein DVD-ROM-Laufwerk. Darin liegt dann etwa eine autorun.inf-Datei, die das automatische Laden einer ebenfalls dort gespeicherten Verschlüsselungssoftware ermöglicht. Diese kann bei manchen Produkten wiederum dafür sorgen, dass der Controller des USB-Sticks die nutzbare Partition versteckt und erst nach Eingabe eines Passwortes wieder zugänglich macht, sprich: Ohne Start der (Windows-)Software lässt sich die versteckte Partition nicht nutzen. (ciw)