Weltweiter Telecom-Markt wächst zweistellig
Der Erosion des US-Festnetzgeschäfts stehen hohe Zuwächse im Mobilfunk gegenüber, stellt die Telecommunications Industry Association fest. Der mittlere Osten und Afrika lagen 2005 mit einem TK-Marktwachstum von 18,4 Prozent weltweit an der Spitze.
Die Investitionen der US-Telecom-Industrie sind 2005 um 8,9 Prozent auf 856,9 Milliarden US-Dollar gewachsen, stellt die Telecommunications Industry Association (TIA) in ihrer neu vorgelegten Marktstudie fest. Sie erwartet für 2006 einen weiteren Anstieg des US-Markts für Telekommunikation um 10,2 Prozent auf 944,7 Milliarden US-Dollar. 2009 soll das Marktvolumen 1,2 Billionen US-Dollar betragen, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 9,0 Prozent entspricht. Die weltweiten Investitionen im TK-Sektor betrugen – die USA ausgenommen – 2005 1,8 Billionen US-Dollar, was einem Wachstum von 11,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der TIA zufolge wird der TK-Markt außerhalb der USA schneller wachsen als in den Vereinigten Staaten, nämlich um durchschnittlich 10,4 Prozent jährlich auf 2,7 Billionen US-Dollar im Jahr 2009. Der mittlere Osten und Afrika wiesen zusammengenommen mit einem Plus von 18,4 Prozent auf ein allerdings noch bescheidenes Gesamtvolumen von 66,7 Milliarden US-Dollar 2005 die höchste Zuwachsrate weltweit auf.
Zu den Wachstumstreibern in den USA zählt in erster Linie das Mobilfunkgeschäft. In den USA, wo mit einer Penetration von knapp 70 Prozent der Mobilfunkmarkt noch nicht so gesättigt ist wie in etlichen europäischen Ländern, wuchsen die Umsätze mit Mobilfunkgeräten gegenüber 2004 um 22,6 Prozent auf 15 Milliarden US-Dollar.
Eine deutliche Erholung konnte der Markt für Netzinfrastruktur verzeichnen: Nachdem die Investitionen in diesem Segment im Jahr 2003 im Vergleich zu 2000 um 71 Prozent geschrumpft waren, erlebte im vergangenen Jahr das Geschäft mit Glasfaser-Infrastruktur eine Renaissance, was die TIA auf eine höhere Netzauslastung und den daraus folgenden Bedarf an weiterer Kapazität zurückführt. Für 2006 erwartet die Branchenorganisation, dass die Umsätze mit Glasfaser-Equipment zumindest wieder gut die Hälfte der Investitionen im Boomjahr 2000 ausmachen werden. Insgesamt hatte der US-Markt für Netzinfrastruktur 2005 ein Volumen von 20,9 Milliarden US-Dollar. Die TIA rechnet mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum in diesem Segment von 5,2 Prozent auf 24,4 Milliarden US-Dollar 2009.
Im US-Festnetzgeschäft fielen die Umsätze im fünften Jahr in Folge, 2005 waren es mit 192,3 Milliarden US-Dollar 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Hingegen weisen Mobilfunkdienste in den USA zweistellige Wachstumsraten auf, 2005 kletterten die Umsätze dieser Branche um 14,8 Prozent auf 118,6 Milliarden US-Dollar. Mit 194,5 Millionen Teilnehmern überstieg die Zahl der Mobilfunkkunden in den USA im vergangenen Jahr erstmals die Zahl der Festnetzanschlüsse (172,1 Millionen). Für 2009 rechnet die TIA mit einer Marktpenetration im Mobilfunk von 88 Prozent.
Die Erosion des Festnetzgeschäfts wird nach Ansicht der Branchenorganisation in der Zukunft zumindest abgemildert durch das Aufkommen neuer Dienste wie VoIP oder TV-Angebote über das Internet (IPTV). Die Umsätze mit Internet-Zugängen verzeichneten in den USA im vergangenen Jahr ein Plus von 10,2 Prozent. Hatten fünf Jahre zuvor gerade 4,5 Millionen US-Bürger eine Breitband-Anbindung, waren es 2005 bereits 41,2 Millionen. Bis 2009 wird das Geschäft mit Internet-Zugängen in den USA auf 34,8 Milliarden US-Dollar anwachsen, schätzt die TIA. (ssu)