Sony-Chef will mehr Risiko wagen
Nachdem man bei verschiedenen Techniken Trends verpasst habe, will Howard Stringers Konzern bei den momentan noch schwer herstellbaren OLED-Displays Vorreiter sein.
Sony-Chef Howard Stringer hat eingeräumt, dass sein Unternehmen wegen einer übervorsichtigen Technologiepolitik wichtige Trends verpasst hat. Bei der Vermarktung von LCD-Bildschirmen und tragbaren Multimedia-Playern sei man zu spät gewesen, sagte er am Montag am Rande der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Deswegen hätten andere Anbieter das Rennen gemacht, etwa Apple mit seinem iPod, der mit Sonys digitalem Walkman konkurriert. Ein frühes Investment in Technologien wie MP3 oder LCD sei ein Risiko gewesen, das Sony nicht auf sich genommen habe. "Blu-ray stellte aber auch ein Risiko dar. Man muss Risiken in Kauf nehmen, wenn man innovativ sein möchte."
Bei einer neuen Fernsehtechnologie will Sony daher selbst einen Trend setzen: Auf der Messe zeigt der Hersteller extrem flache Bildschirme mit OLED-Technik. Das bislang einzige marktreife Modell mit elf Zoll (rund 28 Zentimetern) Bildschirmdiagonale ist nach Angaben des Herstellers nur 3 Millimeter dünn. Es biete bei niedrigem Stromverbrauch ein kontraststarkes Bild. Das Gerät ist in Japan und seit der CES auch in den USA erhältlich. Allerdings gilt die Herstellung der OLED-Bildschirme derzeit als äußerst schwierig, eine relativ große Zahl der produzierten Geräte erfüllt nicht die Qualitätsstandards und muss als Ausschuss aussortiert werden. (dpa) / ()