Mitarbeiter-Aktien fressen SAP-Gewinne auf
Ein teures Programm zur Mitarbeiterbindung trübt die Quartalsbilanz des größten deutschen Softwareherstellers.
Der deutsche Softwarehersteller SAP hat auf einer Pressekonferenz einen Umsatzanstieg und ein positives Geschäftsergebnis für das erste Quartal 2000 bekanntgegeben. Eigentlich könnte man ganz zufrieden sein mit den Erfolgen des Marktführers für ERP-Software. Bei einem um zehn Prozent auf 1,18 Milliarden Euro gestiegenen Umsatz hat sich der Gewinn um nicht weniger als 114 Prozent vermehrt und läge jetzt bei 334 Millionen Euro – wäre da nicht das Star-Programm. Mit dieser Aktion will sich SAP gegen die Abwerbung von Mitarbeiter wehren, indem es unter anderem zahlreichen Angestellten die Option auf vergünstigte SAP-Aktien einräumt. Diese Aktion ist mit Kosten verbunden, die den Quartalsgewinn auf 95 Millionen Euro verringern. Vergleicht man diesen Wert mit dem Ergebnis des Abschlußquartals 1999, findet man einen Rückgang um 45 Prozent. "Das Quartal war für die SAP wie erwartet kein leichtes." räumte SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann ein. Gleichzeitig äußerte er aber auch, SAP erwarte in den nächsten beiden Quartalen ein stärkeres Softwaregeschäft und wolle "bedeutende Ressourcen" in die Internet-Initiative mySAP.com investieren. (hps)