ISO legt Prüfverfahren für Haltbarkeit von DVDs fest
Zukünftig sollen Medienhersteller die zu vermutende Haltbarkeit ihrer DVD-Rohlinge nach einem standardisierten Verfahren der ISO und IEC prüfen können.
Die International Standards Organization (ISO) hat zusammen mit der International Electrotechnical Commission (IEC) und der Optical Storage Technology Association (OSTA) ein Prüfverfahren zur Haltbarkeit von DVD-Rohlingen festgelegt. Der internationale Standard ISO/IEC 10995 arbeitet nach den Arrhenius- und Eyring-Methoden, nach der die Discs in Abhängigkeit von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit altern. Werden Rohlinge beispielsweise bei einer Temperatur von 85°C und 85 Prozent relativer Luftfeuchte gelagert, so altern sie deutlich schneller als unter normalen Raumbedingungen. Als Grundlage diente hierbei der frei verfügbare Standard ECMA-379.
Das Messverfahren ist allerdings sehr zeitaufwendig. So schreibt die ECMA-379 für jede Rohlingssorte Messungen mit 90 Discs vor, die insgesamt rund 9 Monate bei verschiedenen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten in einer Klimakammer gelagert werden müssen. Per Interpolation und anschließender Extrapolation wird danach die Haltbarkeit bei 25 °C und 50 Prozent relativer Luftfeuchte berechnet. Ausschlaggebend ist dabei der Zeitpunkt, bei dem 5 Prozent der Medien mit ihrer Fehlerrate (PI Sum 8) den Grenzwert von 280 überschreiten.
In der Praxis können solche Discs je nach Laufwerk aber auch länger gelesen werden. Nicht berücksichtig werden Einflüsse durch Sonneneinstrahlung oder Gebrauchskratzer. Ebenso beeinflusst die Qualität der DVD-Brenner die Haltbarkeit entscheidend. Je geringer die Fehlerrate bei der Aufnahme ausfällt, desto länger halten später die Scheiben. Letztlich geben Messungen nach dem ISO/IEC 10995 nur einen idealisierten, theoretischen Wert an, der allerdings zum Vergleich der Rohlinge untereinander herangezogen werden kann. In Kürze soll der neue Standard verfügbar sein. (hag)