Spielwarenbranche setzt auf Elektronik und Lernspielzeug
Elektronik und Multimedia halten immer stärker Einzug in die Kinderzimmer. Die Verbindung traditioneller Spielzeuge mit moderner Technik sei ein weltweiter Trend, hieß es auf der 59. internationalen Spielwarenmesse.
Elektronik und Multimedia halten immer stärker Einzug in die Kinderzimmer. Die Verbindung traditioneller Spielzeuge mit moderner Technik sei ein weltweiter Trend, sagten Branchenvertreter auf der 59. internationalen Spielwarenmesse in Nürnberg. Daneben setzen Hersteller und Handel verstärkt auf Lernspielzeug. Mit verschärften Sicherheits- und Qualitätsstandards will die Branche zudem ihr Image aufpolieren. Auf der weltweit größten Spielwarenmesse in Nürnberg präsentieren unter dem Motto "Spielend lernen" bis zum 12. Februar rund 2700 Aussteller ihre Produkte. Die Veranstalter erwarten etwa 80.000 Fachbesucher.
Rückrufaktionen von gesundheitsgefährdendem Spielzeug aus China hatten den Ruf der Branche angekratzt. "Wir haben aus der Sache gelernt", sagte der Chef des weltgrößten Spielwarenherstellers Mattel, Robert A. Eckert, der dpa. Der US- Konzern (Barbie, Hot Wheels, Fisher-Price) hatte 2007 mehr als 20 Millionen in China produzierte Spielzeuge wegen sich lösender Magnete und bleihaltiger Farben zurückgerufen. Es seien neue Testverfahren eingeführt und die Qualitätsstandards erhöht worden, sagte Eckert. An der Fertigung in China hält der Konzern fest. Aus China kommen etwa 60 Prozent der weltweiten Spielzeugproduktion.
"Durch die Rückrufaktionen hat der Standort China einen großen Imageverlust erfahren", sagte Lutz Frankholz von der Hongkonger Niederlassung des Prüfinstituts TÜV Rheinland. Mit Schulungen, Kampagnen und Inspektionen versuche China, das Bewusstsein für Qualität und Sicherheit zu verbessern. Auch die Spielwarenindustrie Hongkongs will verstärkt an der Sicherheit ihrer Produkte arbeiten. "Die Hersteller sind sich der Probleme und ihrer Verantwortung bewusst", versicherte Winchell Cheung, Direktor Deutschland und Zentraleuropa beim Hong Kong Trade Development Council (HKTDC).
Zahlreiche Maßnahmen, etwa beim Design, seien bereits getroffen worden. Herstellung und Endprodukte würden stärker überwacht. Der Export von Spielwaren, Spielen und Sportartikeln aus Hongkong stieg 2007 um 23 Prozent auf 12,3 Milliarden US-Dollar. Deutschland sei hinter den USA und China der drittgrößte Absatzmarkt. Hier stieg das Exportvolumen um 66 Prozent auf 1,6 Milliarden US- Dollar. Aus Deutschland wurden laut Cheung umgekehrt lediglich Spielwaren für 10 Millionen US-Dollar nach Hongkong importiert.
Gute Zahlen meldeten unterdessen die großen deutschen Spielwarenhersteller Ravensburger und Playmobil. Ravensburger, das 125 Jahre alt wird, steigerte den Umsatz um 1,7 Prozent auf 286,3 Millionen Euro. Der operative Gewinn nach Steuern betrug rund 25 Millionen Euro. "Im Hinblick auf unsere Neuheiten und die Jubiläumsjahr-Aktionen blicken wir verhalten optimistisch in das Jahr 2008", sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt.
Auch der Playmobil-Hersteller geobra Brandstätter ist weiter gewachsen. Die Erlöse mit der Marke Playmobil stiegen um 12,5 Prozent auf 427 Millionen Euro. Der dänische Hersteller Lego will ebenfalls auf Wachstumskurs bleiben. "Wir wollen beim Umsatz um 2 bis 3 Prozent zulegen", sagte der Geschäftsführer für den deutschsprachigen Raum, Dirk Engehausen. Lego feiert in diesem Jahr den 50. Geburtstag des Lego-Bausteins mit einer groß angelegten Marketingoffensive. (dpa) / (jk)