Frankreich: Mobilfunkanbieter wegen "interner" Flatrates verurteilt

Die französischen Mobilfunkanbieter Orange und SFR wurden zu einer Zahlung von 183 Millionen Euro verurteilt, weil angebotene Flatrates nur in ihre eigenen Netze galten. Die Behörden sahen darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht.

vorlesen Druckansicht 28 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.
Von
  • Gilles Lopez

Zwei Große des französischen Mobilfunkbusiness, Orange und SFR, wurden vom Kartellamt in Frankreich zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 183 Millionen Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass zwischen den Jahren 2005 und 2008 angebotene Flatrates der beiden Unternehmen die Dynamik des Marktes beeinträchtigt hätten und andere Anbieter wie Bouygues Telecom geschwächt hätten.

Die Flatrates der beiden Anbieter galten nur im jeweils eigenen Netz. Damit hätten die Unternehmen ihre dominanten Marktstellungen ausgenutzt und entscheidende Unterschiede bei der Berechnung von “on net“-Anrufen im eigenen Netz und “off net“-Anrufen zwischen verschiedenen Anbietern gemacht. In 2005, dem Jahr in dem diese Angebote ins Leben gerufen wurden, beherrschten Orange und SFR mit 83 Prozent Anteilen den Markt.

Als mit entscheidungsbegründend führte das Kartellamt an, weder Orange noch SFR hätten diese Berechnungsunterschiede objektiv begründen können. Auch sei ihnen der Nachweis nicht gelungen, dass diese vor allem der Effizienzsteigerung gedient hätten und nicht dazu, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Orange muss aufgrund wiederholter Verstöße den Löwenanteil der Strafe mit 117,4 Millionen Euro bestreiten, SFR immerhin noch 65,7 Millionen. (gil)