Videospiele: Dual View statt Split Screen
Texas Instruments zeigt auf seinem CES-Stand ein System, das es zwei Spielern ermöglicht, auch bei Rennspielen und Shootern einen Bildschirm jeweils voll auszunutzen.
(Bild:Â Nico Jurran)
Wer sich mit Freunden vor seinen Fernseher setzt, um gemeinsam ein Videospiel zu daddeln, kennt das Problem: Bei Sportspielen wie Tennis oder FuĂźball reicht ein gemeinsamer Bildschirm, bei anderen Genres muss er aufgeteilt werden (sogenannter Split Screen). Bei Rennspielen kann das unĂĽbersichtlich werden, bei Shootern sogar nervig: Immerhin kann man schlecht hinter einer Mauer auf den Gegner lauern, wenn dieser die ganze Zeit sehen kann, an welcher Position man sich befindet. Zwar lassen sich derartige Games auch ĂĽber ein Netzwerk spielen, doch setzt dies wiederum neben einer zweiten Konsole vor allem ein zweites Display voraus.
Für dieses Problem hat Texas Instruments eine Lösung namens "Dual View" gefunden, die es ermöglicht, dass beide Spieler einen Bildschirm jeweils voll ausnutzen. Damit dies klappt, wird eine kleine Box an den DVI- oder HDMI-Eingang des Fernsehers angeschlossen, die ihrerseits DVI- beziehungsweise HDMI-Eingänge für zwei Konsolen besitzt. Auf diesen läuft das gleiche Spiel im Netzwerk-Modus. Beide Spieler werden zudem mit einer Shutter-Brille ausgestattet.
(Bild:Â Nico Jurran)
Was die Box nun während des Spiels macht, ist an sich recht simpel, aber doch effektiv: Sie gibt abwechselnd jeweils ein Bild der einen und dann ein Bild der anderen Konsole auf dem Fernseher aus. Passend dazu schaltet die Box (auf kabellosem Wege) abwechselnd beide Gläser der Shutterbrille des einen und des anderen Spielers dunkel. Jeder sieht also lediglich das für ihn bestimmte Bild. Dies ist somit eine Variation des von Texas Instruments bereits auf der vergangenen IFA gezeigten 3D-Systems, bei dem abwechselnd die beiden Gläser der Brille dunkel geschaltet wurden. Schummeln lässt sich bei diesem System natürlich schon, indem man die Brille abnimmt. Dies nimmt aber so viel Zeit in Anspruch, dass man bei den meisten Spielen dann ohnehin wichtige Spielpassagen verpassen dürfte.
Die Demonstrationen laufen auf DLP-Fernsehern, die eine Wiederholrate von 120 Bildern pro Sekunde erreichen, womit jeder Konsole 60 Bilder pro Sekunde zur Verfügung stehen. 60 Hertz ist auch die Frequenz, die beim NTSC-Fernsehen oder bei vielen HD-Displays im gewöhnlichen Betrieb zum Einsatz kommt. Texas Instruments' Technik Dual View lässt sich nur mit DLP-Fernsehern nutzen; Serienmodelle von Samsung und Mitsubishi sind jedoch bereits Dual-View-kompatibel. Der benutzte Samsung 52-Zoll-DLP mit LED-Beleuchtung kostet in den USA laut Texas Instruments rund 1600 US-Dollar, die Shutter-Brillen soll es noch in diesem Jahr für 150 bis 200 US-Dollar geben. Laut Entwickler sei es auch theoretisch möglich, dass eine Konsole als Zuspieler die Bilder für beide Spieler liefert; momentan würde diese Aufgabe aber kein Gerät meistern.
(Bild:Â Nico Jurran)
Texas Instruments präsentiert auf seinem Stand noch ein weiteres Produkt, das auch Spielern gefallen dürfe: Hierbei handelt es sich um das Vorserienmodell eines gebogenen Bildschirms, bei dem vier DLP-Projektoren mit LED-Beleuchtung nebeneinander ein Bild mit einer Auflösung von 2880 × 900 Pixel projizieren. Ein Preis steht für das von Ostendo unter der Bezeichnung CRVD-42DWX+ gefertigte Gerät bislang ebenso wenig fest wie ein Einführungstermin. (nij)