China will eigene UMTS-Technologie vermarkten
Die chinesische Mobilfunkindustrie will mit einem eigenen UMTS-System die Kosten fĂĽr Lizenzen drĂĽcken.
Die chinesische Mobilfunkindustrie will ein eigenes UMTS-System international vermarkten. In einem Gespräch mit der Berliner Zeitung kündigte der Deutschland-Chef des chinesischen Handy-Herstellers ZTE, Haifeng Ling, an, die von den großen chinesischen Mobilfunkherstellern zusammen mit Partnern wie Siemens und Ericsson zunächst für China entwickelte Technologie auch ins Ausland exportieren zu wollen. Als Motivation für diesen Schritt gibt er die Lizenzzahlungen von bis zu acht Prozent des Umsatzes an, die bei einer Eigenentwicklung nicht anfielen. "Die Amerikaner sind nur deswegen so dominant auf dem Markt, weil sich keiner bislang dagegen gewehrt hat", meint Ling. ZTE stecke zehn Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung, 45 Prozent der Belegschaft arbeiteten in diesem Bereich.
Laut Ling sei die Expansion in neue Märkte für chinesische Unternehmen äußerst wichtig; die internationale Ausrichtung verringere die Abhängigkeit der Unternehmen vom Heimatmarkt. ZTE etwa stecke zunehmend Geld in Forschungseinrichtungen in Europa, um frühzeitig die richtigen Produkte anbieten zu können. Als größten Wettbewerbsvorteil sieht der Manager nicht die Kosten, sondern die Schnelligkeit, mit der chinesische Firmen ihre Produkte marktreif machen. "Der deutsche Ingenieur arbeitet im Schnitt 1650 Stunden im Jahr. In China liegt die gesetzliche Arbeitszeit bei 2500 Stunden. Unsere Ingenieure arbeiten aber oft 3000 Stunden", gibt Ling zu bedenken. (uma)