Zypries sieht schädlichen Einfluss durch übermäßigen Fernseh- und Videopielekonsum
Da Kinder nicht richtig lernen könnten, wenn sie stundenlang vor dem Bildschirm sitzen, sieht die Bundesjustizministerin Fernsehen und Spielekonsolen als "Gift" an.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sieht übermäßigen Fernsehkonsum als eine der Ursachen für die Probleme bei der Erziehung von Jugendlichen. In der Talksendung "Links-Rechts" meinte sie laut einer Mitteilung des Senders N24, Kinder, die viel fernsehgucken, könnten nicht mehr richtig lernen. Das sei wissenschaftlich erwiesen. "Deshalb sind Fernsehen, PC-Spiele, Playstation und das ganze Zeug Gift." Die Kinder lernten weder Sozialverhalten, noch bewegten sie sich, wenn sie davor sitzen, sondern würden zugeschüttet.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hat kürzlich beklagt, es gebe Fernsehprogramme, von denen eine Gefahr für die Erziehung der Jugend ausgehe. Dabei zielte er insbesondere auf die Sender RTL2 und Super RTL. Sowohl im Fernsehen als auch in Computerspielen sieht er eine Zunahme gewaltgeneigter Bilder.
Der Vorsitzende der SPD-Medienkommission Marc-Jan Eumann hatte daraufhin erwidert, Oettinger beleidige "nicht nur Macher, sondern auch Zuschauer und Jugendschützer". Der Sender Super RTL habe einen strengen Kodex zum Schutz von Kindern. Nicht alle Sendungen der Privaten verdienten das Prädikat "besonders wertvoll", wie zum Beispiel "Ich bin ein Star, holt mich hier 'raus" oder "Big Brother". Insgesamt leisteten die Privaten aber einen wichtigen Beitrag. (anw)