Canon bringt 20D-Nachfolger und lichtstarkes Standardzoom
Canon präsentiert im Vorfeld der US-Fotomesse PMA mit der 8-Megapixel-Kamera 30D den lange erwarteten Nachfolger des Erfolgsmodells 20D sowie ein lichtstarkes Standardzoom mit EF-S-Anschluss.
Kurz vor Beginn der PMA 2006 (26. Februar bis 1. März in Orlando im US-Bundesstaat Florida) stellt nun auch Canon seine Produktneuheiten vor. Die Messe der Photo Marketing Association findet alljährlich statt und ist hinter der alle zwei Jahre veranstalteten Photokina die wichtigste Gelegenheit für die Hersteller, mit neuen Produkten aufzutrumpfen.
Canon präsentiert mit der 30D den um ein größeres LCD, Picture Styles und Spotmessung angereicherten Nachfolger der digitalen Spiegelreflexkamera 20D. Wie die 20D löst auch die 30D Bilder mit 8 Megapixeln auf. Das große 2,5-Zoll-Display erlaubt ebenso wie bei der 5D und der 1D Mark IIN eine vom Blickwinkel weitgehend unabhängige Bildbeurteilung.
Von der 5D kopiert wurde außerdem die Spotmessung sowie die Sucheranzeige der ISO-Empfindlichkeit während der nun in Drittelstufen möglichen Einstellung. Picture Styles ersetzen die Bildparameter der 20D. Zu den weiteren Verbesserungen gehören unter anderem ein vergrößerter Bildpuffer, der jetzt 11 RAW-Bilder oder 30 höchstqualitative JPEGs in Folge aufnimmt. Das neue Modell soll ab März zu einem Listenpreis von 1400 Euro im Handel erhältlich sein.
Mit dem EF-S 17-55mm f/2.8 IS USM liefert Canon endlich ein lichtstarkes und bildstabilisiertes Standardzoom für Kameras mit einem Bildwinkelverkleinerungsfaktor 1,6. Das Objektiv deckt die gleichen Bildwinkel wie ein Kleinbildobjektiv mit einem Brennweitenbereich von 27 bis 88 mm ab. Mit asphärischen und UD-Linsen bestückt, soll die Bild- und Konstruktionsqualität an die der hochpreisigen L-Serie heranreichen – der Preis schwebt mit 1100 Euro schon in L-Regionen.
EF-S-Objektive haben einen an das kleinere APS-C-Format der Bildsensoren angepassten Bildkreis und fallen dementsprechend kleiner und leichter aus, was allerdings nur im Weitwinkelbereich zum Tragen kommt – im vorliegenden Fall ergibt sich im Vergleich zum EF 24-70mm f/2.8 USM eine Gewichtsersparnis von einem Drittel oder rund 300 Gramm. Da das hinterste Linsenelement außerdem weiter in den Spiegelkasten ragt als bei herkömmlichen Objektiven, verlangen sie einen verkleinerten Spiegelkasten, wie ihn die Modelle 30D, 20D/a, 350D und 300D aufweisen. Frühe Canon-DSLRs wie die D30, D60 oder 10D mit ihrer von Analogmodellen übernommenen Mechanik bleiben daher außen vor.
Speziell fĂĽr Portraits und ganz konventionell fĂĽr das volle Kleinbildformat gedacht ist das EF 85mm f1.2 L II. Der 2049 Euro teure Glasklotz mit seinen Monsterlinsen soll schneller scharf stellen und gibt Entfernungsinformationen an die Kamera weiter, die diese beispielsweise zur Berechnung der Blitzbelichtung via ETTL-II nutzt.
Auch seinen Kompaktkameras hat Canon einige Verbesserungen angedeihen lassen. So bekommt die weiterhin mit einem bildstabilisierten 12-fach-Zoom ausgestattete PowerShot S3 IS als Nachfolgerin der PowerShot S2 IS einen 0,2 Zoll größeren Monitor, eine Million zusätzliche Bildpunkte und damit 6 Megapixel sowie einen Extraknopf zur Einstellung der auf maximal 800 erhöhten ISO-Empfindlichkeit. Kürzere Verschlusszeiten, ein 16:9-Panoramaformat und ein VGA-Videomodus mit 30 Bildern pro Sekunde ergänzen die Liste der Änderungen der ab Anfang Mai für 550 Euro erhältlichen Kamera.
In der Digital Ixus 800 IS werkelt jetzt ein optischer Bildstabilisator. Gegenüber der Ixus 750 beträgt die Auflösung des Sensors zwar "nur" noch 6 Megapixel, durch das vermutlich geringere Rauschen ermöglicht Canon aber eine doppelt so hohe ISO-Einstellung von maximal 800. Auch ein 16:9-Aufnahmeformat sowie ein 30-Bilder-pro-Sekunde-VGA-Modus finden sich bei dem Edelmini, der ab April für 500 Euro im Laden stehen soll.
Mit 400 respektive 350 Euro weiter unten angesiedelt sind die Edelkompakten Ixus 60 und Ixus 65, deren Bildsensoren die Bilder durch ein 3-fach-Zoom, ohne Hilfe eines Stabilisators und mit 6 Megapixeln aufnehmen. Hat die Ixus 60 ein 2,5"-LCD und einen optischen Sucher, wird dieser bei der Ixus 65 von einem riesigen 3-Zoll-Display verdrängt.
Das Modell PowerShot A700 ist zwar nicht das kleinste, bietet aber immerhin 6 Megapixel, ein 6-fach-Zoom mit einem kleinbildäquivalenten Brennweitenbereich von 35 bis 210 mm und einen 2,5-Zoll-LCD für 350 Euro. Die kleinen Schwestern PowerShot A540 und A530 kosten mit 230 respektive 300 Euro deutlich weniger, müssen aber mit weniger Zoombereich und einem 1,8-Zoll-Bildschirm auskommen. Schließlich bilden die beiden PowerShots A420 und A430 für 150 respektive 170 Euro mit 4 Megapixeln, 3,2-fach respektive 4-fach-Zoom die unterste Preiskategorie. (mhe)