Netzagentur: Telekom-Konkurrenten wachsen schnell

Die Bundesnetzagentur rechnet auch in diesem Jahr mit kräftigen Kundengewinnen bei den Wettbewerbern der Deutschen Telekom.

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Von
  • Christian Persson

Die Bundesnetzagentur rechnet auch in diesem Jahr mit kräftigen Kundengewinnen bei den Wettbewerbern der Deutschen Telekom. 2008 könnten die Wettbewerber mehr als 3,6 Millionen zusätzliche Internet- und Telefon-Anschlüsse von der Telekom übernehmen, prognostizierte der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, in einem Gespräch mit der Berliner Zeitung (Wochenendausgabe). "Bereits heute gibt es sieben Millionen Leitungen, die durch die Telekom-Konkurrenz angemietet sind", sagte der Netzagentur-Chef.

2007 habe es überdies einen Zuwachs von fünf Millionen DSL-Anschlüssen in der Republik gegeben, sagte Kurth. Damit belege Deutschland nach zehn Jahren Liberalisierung des Telekommarktes "den Spitzenplatz in Europa". Zu den zuletzt sich häufenden Klagen von Telekom-Wettbewerbern und Kunden über gar nicht oder zu spät geschaltete Festnetzanschlüsse sagte der Chefregulierer: "Wir sind in gewisser Weise zum Opfer unseres Erfolgs geworden." Niemand habe mit einer so starken Nachfrage nach Leitungen gerechnet. Kurth appellierte aber auch an die Kunden, sich nicht nur am Preis, sondern auch an der Qualität eines DSL-Anbieters zu orientieren. "Leider gibt es immer noch einige Anbieter, die ihre neuen Kunden bei der Telekom schon abmelden, obwohl sie selbst noch nicht in der Lage sind, die Leitung verbindlich zu schalten", so Kurth.

Unterdessen geht der Personalumbau bei der Deutschen Telekom weiter: Das Unternehmen will bis zum Jahr 2010 über 9000 Beamte in einem neuen Bereich bündeln und verstärkt für Aufgaben bei Bundes- und Landesbehörden einsetzen. Nach Möglichkeit sollen die Mitarbeiter komplett in den Staatsdienst wechseln. Der Bonner Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben 37.000 Beamte, die noch aus der Zeit der staatlichen Vorgängergesellschaft Bundespost stammten. Im Vergleich zu den Angestellten sind die Beamten von dem Personalabbau, dem bislang rund 120.000 Arbeitsplätze zum Opfer fielen, verschont geblieben. (cp)