Bericht: EMI will tausende Stellen streichen
Das britische Label will bis zu 2000 Arbeitsplätze abbauen, berichtet die "Financial Times". EMI-Musiker wie Robbie Williams und die Band Coldplay zeigen demnach bereits Widerstand.
Das britische Major Label EMI plant den Abbau von bis zu 2000 der weltweit 5500 Arbeitsplätze, darunter zu einem großen Teil im mittleren Management. Außerdem will der Chef des Risikokapitalunternehmens Terra Firma, Guy Hands, die Verträge mit tausenden Musikern kündigen. Das berichtet die Financial Times (FT). Zudem waren in jüngster Zeit Gerüchte aufgekommen, EMI wolle den Verband der Musikindustrie IFPI verlassen.
Terra Firma hatte EMI im vergangenen Jahr für umgerechnet 3,5 Milliarden Euro gekauft. Nun sagte Hands, die Musikindustrie habe den kreativen Prozess in Bürokratie begraben und ihre wirkliche Funktion aus den Augen verloren, heißt es in dem Bericht. Das Musikgeschäft stecke in einem Modell fest, das für eine Welt entwickelt worden sei, die unwiderbringlich verloren sei.
85 Prozent der Musiker erbrächten keinen Gewinn, leglich 200 der 14.000 Musiker sorgten für den größten Anteil der Umsätze. Jährlich koste es 25 Millionen Pfund, nicht verkaufte CDs einzustampfen. 70 Prozent seines Gewinns macht EMI mit dem Musikverlagsgeschäft, das weitgehend ungeschoren davonkommen soll. Künftig sollen mehr als 6 Prozent der EMI-Belegschaft aus Talentsuchern bestehen. Außerdem will EMI sich vom CD-Verkauf lösen und stärker auf Formate setzen, die von den Kunden gefordert würden.
Künstler zeigten laut FT bereits Widerstand. So habe Tim Clark, Manager des EMI-Musikers Robbie Williams, damit gedroht, die Veröffentlichung des für dieses Jahr geplanten Albums zu verschieben. Ebenfalls bei EMI unter Vertrag ist die populäre Band Coldplay, die ähnliche Optionen prüfe. (anw)