TV-Tipp: Geheimnisse einer erfolgreichen Porträtistin
Herlinde Koelbl ist eine der bekanntesten deutschen Fotografinnen. Mit schnörkellosen Porträts fesselt sie immer wieder ihr Publikum. Einige ihrer Tricks verrät sie in einem Interview am Sonntag auf 3sat.
- Sebastian Arackal
(Bild:Â Herlinde Koelbl)
Porträtieren ist eine Kunst für sich, Herlinde Koelbl (73) beherrscht sie und konnte über Jahrzehnte immer wieder Akzente setzen. Wahrscheinlich auch wegen ihrer Hartnäckigkeit: Eines ihrer bekanntesten Projekte ist die Langzeitbeobachtungen "Spuren der Macht". Sie holte dafür über Jahre hinweg Politiker wie Angela Merkel, Gerhard Schröder oder Joschka Fischer vor die Kamera. Ihre schlichten Schwarzweißfotos dokumentieren die Veränderungen in den Gesichtern und in der Selbstinszenierung der Politiker.
(Bild:Â Herlinde Koelbl)
Im vergangenen Jahr erschien ihr Bildband "Kleider machen Leute" (Hatje Cantz, 39,80 Euro). Hier setzt Sie auf das Doppelporträt und zeigt Menschen in ihrer Berufs- und Freizeitkleidung. Die unterschiedlichsten Persönlichkeiten ließen sich auf das Experiment ein: ein Bischof, ein General, eine Geisha oder die Kaminkehrerin Pia Behnisch: "Es ist eine Ehre für mich, die Uniform zu tragen. Sobald ich sie anziehe, schlüpfe ich in die Verantwortung hinein. Die Leute schauen zu mir auf und für viele Menschen bin ich ein Glücksbringer. Die Frauen finden es toll, wenn ich komme. Die Männer sind erst mal skeptisch."
In ihren Porträts wirft Herlinde Koelbl einen faszinierenden Blick auf bekannte und weniger bekannte Zeitgenossen. In dem Gespräch aus der Reihe "Sternstunde Philosophie" gibt sie Moderator Juri Steiner erste Einblicke in die Geheimnisse ihrer Fotografie.
Herlinde Koelbl: Schein, Sein und Haben. Die Fotografin im Gespräch
Sendetermin: Sonntag, 13.01.2013 um 9:15 Uhr auf 3sat (sea)