"Lebensmittel" – Michael Schmidt-Ausstellung in Berlin

Der Berliner Martin Gropius Bau zeigt vom kommenden Samstag an 134 Fotografien aus Michael Schmidts jüngstem Langzeitprojekt "Lebensmittel".

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  • Jobst-H. Kehrhahn

Michael Schmidt, 1945 in Berlin geboren, zählt zu den wichtigen Fotografen der Gegenwart. Er war der erste deutsche Fotograf, dem das New Yorker Museum of Modern Art eine Einzelausstellung ausrichtete. Ab morgen, Samstag, zeigt der Berliner Martin Gropius Bau nun 134 Arbeiten aus seinem jüngsten Langzeitprojekt "Lebensmittel". Die Ausstellung läuft bis zum 1. April 2013.

aus: LEBENSMITTEL, 2006–2010, C-Print, 54,1 x 81,6 cm

(Bild: © Michael Schmidt )

Für das Projekt fotografierte Schmidt zwischen 2006 und 2010 in den Fischfarmen Norwegens, in Großbäckereien in Deutschland oder der apfelverarbeitenden Industrie in Italien. Ähnlich wie in der Serie "Irgendwo", für die Schmidt die süddeutsche Provinz bereiste und den "Verlust von Zuhause als Ort von Identität" (Schmidt) thematisierte, komme es in den Bildern aber nicht auf den konkreten Ort der Aufnahme an: Für den Betrachter sei es kaum möglich zu entscheiden, ob sich zum Beispiel ein Schlachtbetrieb in Spanien, Frankreich oder England befindet, schreibt das Museum in der Ausstellungsankündigung. Im Unterschied zu älteren Serien des Künstlers belegten die Fotografien auch keine Haltung von Wut oder Anklage. Vielmehr sei die Sichtweise Schmidts von äußerster Klarheit und Härte gekennzeichnet. Dabei erinnere der Blick in die Brotkörbe, in die Käfige der Fischfarmen oder Apfelwaschanlagen bisweilen an die sachliche Fotografie der 1920er Jahre. (keh)