Cebit

Veranstalter: Neues CeBIT-Konzept kommt gut an

Er erwarte keine "Rekordmesse", sagte Messe-Vorstand Ernst Raue heute in Hannover. Aber viele Firmen, die der CeBIT den Rücken zugekehrt hatten, wollten wieder vertreten sein.

vorlesen Druckansicht 37 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Das neue Konzept der Computermesse CeBIT kommt nach Angaben der Veranstalter gut an. Zwar hätten Unternehmen wie O2 und Freenet ihre Teilnahme an der Messe abgesagt. Grund seien Verluste in der Telekom-Branche, sagte Messe-Vorstand Ernst Raue heute in Hannover. Viele Firmen seien aber wieder auf die Messe zurückgekehrt, so etwa der Kopierer-Produzent Xerox. "Wir geben ihnen die Möglichkeit, kostengünstiger auszustellen." Raue sagte, er erwarte "keine Rekordmesse". Wichtiger sei, dass die CeBIT alle Kernbereiche abdecke. Die Messe ist in diesem Jahr einen Tag kürzer als bisher und endet erstmals an einem Wochenende. Dadurch sollen die Ausstellerkosten gesenkt werden.

"Wir wollen unser Profil schärfen", sagte Raue. In diesem Jahr will sich die CeBIT mehr an Themen und Lösungen orientieren. Ein Konferenzprogramm soll zusätzliche Fachbesucher anlocken. Ein Schwerpunkt der Messe vom 4. bis 9. März soll "Green IT" werden. Sieben Wochen vor dem CeBIT-Start haben sich rund 5500 Aussteller aus 75 Ländern angemeldet, davon gut 150 aus dem Partnerland Frankreich. Die CeBIT 2007 zählte 6153 Aussteller und 480 000 Besucher.

Der Branchenverband Bitkom stellte sich hinter das neue CeBIT-Konzept. "Der Nutzen sollte stärker im Vordergrund stehen als der Glamour", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Deutschland gehöre im internationalen Vergleich nicht zur IT-Weltspitze und müsse nun den Anschluss wiederfinden. Dennoch rechnet der Bitkom für 2008 mit einem Plus von 1,6 Prozent auf mehr als 150 Milliarden Euro.

Die Nachfrage nach Fachkräften sei weiterhin sehr groß, sagte Scheer. In Deutschland gebe es derzeit rund 43.000 offene Stellen im IT-Bereich. Der Bitkom-Chef forderte erneut, das Bildungssystem zu verbessern. Dazu müsse die Quote der Studienabbrecher in technischen Fächern, die derzeit bei rund 50 Prozent liege, erheblich gesenkt werden. Zudem müsse der Anteil der Studentinnen erhöht werden. Gemeinsam mit dem Software-Riesen Microsoft richtet die CeBIT in diesem Jahr erstmals ein "IT-Fitness-Camp" aus, mit dem vor allem junge Menschen für IT-Berufe begeistert werden sollen.

Eröffnet wird die Messe am 3. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Außerdem erwarten die Veranstalter den französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Microsoft-Boss Steve Ballmer. (dpa) / (anw)