NTT muss sein Next-Gen-Netz öffnen

Der japanische Festnetzriese NTT wird sein für März angekündigtes neues Glasfasernetz wohl doch der Konkurrenz öffnen. Einem Agenturbericht zufolge soll das zuständige Ministerim am Dienstag entsprechende Auflagen ankündigen.

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Das japanische Innenministerium will den Telekommunikationsanbieter NTT zwingen, sein neues optisches Kommunikationsnetz für Wettbewerber zu öffnen. Wie die Nachrichtenagentur Nikkei ohne Quellenangabe berichtet, plant das für die Telekommunikationsregulierung zuständige Ministerium, am morgigen Dienstag entsprechende neue Richtlinien anzukündigen. Das Netz soll im März in Betrieb genommen werden. Die Genehmigung des Ministeriums wird für Februar erwartet, im Monat darauf solle das neue Regelwerk dann offiziell verkündet werden.

NTT wolle das Next Generation Network (NGN) zum größten Kommunikationsnetz des Landes ausbauen, heißt es weiter. Mit neuen Diensten solle Telefonkunden der Wechsel von klassischen Festnetzanschlüssen auf die Glasfaser schmackhaft gemacht werden. Bisher habe NTT rund 7,5 Millionen Kunden am Glasfasernetz und rund 48 Millionen Festnetzkunden, Letztere mit fallender Tendenz. Bis 2010 will NTT 20 Millionen Kunden an das neue Netz angeschlossen haben. Mit dem neuen Netzwerk sind höhere Datenraten möglich und damit attraktive Dienste wie Videoangebote.

Die noch am Kupferdraht hängende Konkurrenz fürchtet, ins Hintertreffen zu geraten. Zwei Wettbewerber hatten das Ministerium deshalb aufgefordert, ihnen Zugang zum NTT-Glasfasernetz zu ermöglichen und für transparente Interconnection-Gebühren zu sorgen. Trotz der Proteste von NTT gegen eine "gesonderte Behandlung" durch die Regierung hat sich das Ministerium nach Prüfung nun offenbar für eine Regulierung des Netzes entschieden, um den Wettbewerb auf der neuen Infrastruktur sicherzustellen. Es wird erwartet, dass sich NTT die Bedingungen für den Netzzugang der Wettbewerber genehmigen lassen und die Interconnection-Gebühren veröffentlichen muss. (vbr)