Rossendorf: Etappe auf Weg zu stärkstem Magnetfeld Europas genommen
Ein zehn Millionen Euro teurer und aus 500 Einzelkondensatoren gebauter Kondensatorblock speichert bis zu 50 Megajoule. Mit ihm sollen Magnetfelder von bis zu 100 Tesla entstehen.
Das Forschungszentrum Rossendorf bei Dresden hat am Mittwoch eine bislang einzigartige Stromversorgung für extrem starke Magnetfelder offiziell in Betrieb genommen. Das Zentrum spricht vom leistungsstärksten Kondensatorblock der Welt. "Mit dieser Anlage wird Rossendorf auch im übertragenen Sinn zu einem Magneten für Forscher aus Deutschland und der ganzen Welt", sagte Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) beim Start. Mit Hilfe der Anlage wollen die Wissenschaftler noch in diesem Jahr das stärkste, jemals durch gepulsten Strom ausgelöste Magnetfeld ohne Zerstörung der Versuchstechnik erzeugen.
Der zehn Millionen Euro teure und aus 500 Einzelkondensatoren gebaute Block speichert bis zu 50 Megajoule. Mit dem Block sollen Magnetfelder von bis zu 100 Tesla entstehen. Das wäre rund drei Millionen Mal so viel wie das Magnetfeld der Erde. Der Rekord bei gepulsten Feldern liegt in Deutschland bei 65 Tesla.
Extreme Magnetfelder dienen der Material- und Halbleiterforschung. Die Spintronik, ein junger Technologiezweig, nutzt magnetische Eigenschaften von Elektronen zur Entwicklung von Bauteilen der Datenverarbeitung. Die Investitionen in das Rossendorfer Hochfeld-Magnetlabor belaufen sich bis Ende 2006 auf rund 25 Millionen Euro, je zur Hälfte finanziert durch Bund und Freistaat. Ab 2007 steht das Hochfeld-Magnetlabor europäischen Nutzern aus Industrie und Forschung offen.
Das Forschungszentrum Rossendorf mit 550 Mitarbeitern ist das größte Institut der Leibniz-Gemeinschaft und verfügt über ein Jahresbudget von rund 61 Millionen Euro. Neben Laboren in Los Alamos und Tallahassee (beide USA) arbeiten nur wenige Einrichtungen weltweit auf dem Gebiet extremer Magnetfelder. (dpa) / (jk)