Verluste bei Colt Telecom weiten sich aus
Gegenüber dem Vorjahr verdreifachte sich der Verlust nach Steuern im Geschäftsjahr 2005 auf 490 Millionen Euro. Der britische Carrier will eine neue Holding auf dem europäischen Festland gründen und neue Aktien für 440 Millionen Euro ausgeben.
Der britische Betreiber von Telefon- und Datenleitungen Colt Telecom Group plc hat im Geschäftsjahr 2005 deutlich höhere Verluste eingefahren als im Jahr zuvor. Der Verlust nach Steuern und Sondereffekten verdreifachte sich auf 335,9 Millionen Pfund (rund 490 Millionen Euro) gegenüber 109,9 Millionen Pfund Ende 2004. Ursache hierfür sind vor allem Wertberichtigungen in Höhe von 247,2 Millionen Pfund (362 Millionen Euro), die im vierten Quartal 2005 verbucht wurden. Im Jahresvergleich stieg der Umsatz um 2,2 Prozent auf 1,245 Milliarden Pfund (rund 1,8 Milliarden Euro) Ende 2005, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung ([# 200 EBITDA]) kletterte um elf Prozent auf 173,4 Millionen Pfund (250 Millionen Pfund).
Das Unternehmen plant, durch Ausgabe neuer Aktien 300 Millionen Pfund (440 Millionen Euro) in die Kassen zu bekommen. Außerdem beabsichtigt der einst als "City of London Telecommunications" gestartete Konzern, seiner wachsenden Präsenz in Europa durch Gründung einer neuen Holding auf dem Festland Rechnung zu tragen. Da die deutsche Colt-Filiale zu den umsatz- und ertragsstärksten im Konzern gehört – zur Jahresmitte erzielten die Frankfurter rund 40 Prozent des Konzernumsatzes –, spricht einiges dafür, dass die neue Holding ihren Sitz in der Bankenmetropole am Main haben wird. Mit der Berufung des früheren Vodafone-D2-Managers Michael Hallen, der als Mitglied der Geschäftsführung von Colt Deutschland das Großkundengeschäft verantwortet, wollen die Frankfurter dieses Geschäftsfeld stärken. Mit der Vernetzung von Standorten der Commerzbank und des AOK-Bundesverbands konnte Colt Deutschland in den vergangenen Monaten neue Großkunden für sich gewinnen. (ssu)