Navteq traffic in Europa

Navteq will mit seinem Stau-Service Navteq-traffic auf den europäischen Markt.

vorlesen Druckansicht 9 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Peter Röbke-Doerr

Auf dem MWC in Barcelona kündigte der Anbieter von digitalen Straßenkarten Navteq an, demnächst auch in Europa ins Stau-Warndienst-Geschäft einsteigen zu wollen. In Deutschland wird dieser Dienst derzeit mehr (TMCpro) oder weniger (TMCpublic) prächtig abgewickelt.

In den USA bietet Navteq diesen Service seit 2004 landesweit an und strahlt Verkehrsdaten über RDS im UKW-Rundfunkband und Satellitenradio sowie per Handyprovider und Internet ab. Die Datenquellen sind in den USA Straßensensoren – wie wir sie von Autobahnbrücken her kennen – und außerdem Telematik-Endgeräte im Auto. Im einfachsten Fall sind das Handys mit GPS-Empfänger, die ihre Position in regelmäßigen Abständen an eine Zentrale melden. Ein technisch ähnliches System befindet sich gerade bei TomTom im Feldversuch. Es ist jedoch zu vermuten, dass Navteq nicht selbst als Anbieter für Endkunden in Erscheinung treten wird, sondern nur als Datenhändler.

Ein weiteres Geschäftsfeld, in dem sich Navteq zukünftig in Europa tummeln möchte, ist eher für Speditionen und Flottensteuerung interessant: Unter dem Namen "traffic pattern" gibt es historische Verkehrsdaten, aus denen sich zukünftige Straßenzustände ableiten lassen. Etwa nach dem Motto: "Schicke deinen 38-Tonner nicht montags zwischen 8.15 Uhr und 9.00 Uhr über das Kamener Kreuz; er wird dort stecken bleiben. Mit einem kleinen 4-km-Umweg über die Bundesstraßen kommt er aber pünktlich am Ziel an."

Erste Erfahrungen mit diesen Rechenmodellen und daraus abgeleiteten Prognosen gibt es bereits bei T-Systems mit TMCpro; Navteq und die PTV AG möchten daraus ein verkaufbares Produkt entwickeln. (roe)