Infineons Speichersparte geht vermutlich in Asien an die Börse
Nach der für Mitte dieses Jahres geplanten Zerschlagung des Konzerns könnte ein asiatischer Handelsplatz wegen höherer Aktien-Bewertungen attraktiver erscheinen, berichtet das "Wall Street Journal".
Nach der im November vorigen Jahres vom Infineon-Aufsichtsrat beschlossenen Zerschlagung des Konzerns wird die künftig abgespaltene Speichersparte womöglich an eine asiatische Börse gehen. Das berichtet das Wall Street Journal über die Vermutungen eingeweihter Investment-Banker. Dabei berufen sie sich auf Erfahrungswerte, nach denen Aktien in der Region auch weger größerer Risikofreudigkeit der Investoren höher bewertet werden, als es an einer deutschen Börse der Fall wäre. Dies sei ein ungewöhnlicher Schritt für europäische Unternehmen, die sich in der Vergangenheit eher an den USA orientierten. Allerdings sei dieser Schritt durch den 2002 erlassenen, kostenintensiven Sarbanes Oxley Act weniger attraktiv geworden.
Am 17. November 2005 stimmte der Infineon-Aufsichtsrat für eine Abspaltung der Speicherchip-Sparte bis Mitte 2006. Das neue Unternehmen solle dann an die Börse gebracht werden. Der Plan wurde trotz massiver Kritik den Aktionären nicht zur Abstimmung vorgelegt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz merkte an, Infineon verliere eines seiner beiden Standbeine, der Konzern wird völlig neu aufgestellt. (anw)