FrĂĽhe Fotografie Richard Wagners aufgetaucht
Die Beine hat er ĂĽbereinandergeschlagen, ernst blickt er in die Kamera: Das Richard-Wagner-Museum in Bayreuth hat pĂĽnktlich vor dem 200. Geburtstag des Komponisten eine verschollen geglaubte Fotografie Wagners aus dem Jahr 1861 ersteigert.
- dpa
(Bild:Â Richard Wagner Museum)
Das Richard-Wagner-Museum in Bayreuth hat eine verschollen geglaubte Fotografie des Komponisten aus dem Jahr 1861 ersteigert. Es handle sich um eine der frühesten fotografischen Aufnahmen Richard Wagners überhaupt, sagte Museumschef Sven Friedrich am Freitag. In der Nacht hatte er bei einer Online-Auktion den Zuschlag erhalten – für 900 Euro. Das Bild gehörte einem privaten Besitzer in den USA. Aufgenommen wurde das Foto in Paris. Es sei die einzige Fotografie, die Wagner ohne Bart zeige, erläuterte Friedrich weiter.
Und: Man sehe Wagner komplett auf dem Foto. "Schon das ist eine Besonderheit. Denn alle anderen Atelierfotografien Wagners sind entweder Halbfiguren, Brustbilder oder Porträts", sagte der Museumschef. Der Hinweis auf die Fotografie kam von dem Münchner Sammler Gunther Braam. Er plant demnach ein Buch über Wagner in der Fotografie.
Richard Wagner steht in diesem Jahr besonders im Blickpunkt, denn es wird sein 200. Geburtstag gefeiert. Zahlreiche Veranstaltungen in aller Welt erinnern an den umstrittenen Komponisten und Erneuerer des Musiktheaters. Zahlreiche Opernhäuser und Orchester haben ihr Programm auf Wagner zugeschnitten, Sonderausstellung widmen sich ihm und seinem Werk. Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren.
Im Jahr 1861, als die nun nach Bayreuth verkaufte Foto-Aufnahme gemacht wurde, gab es um Wagner einen der größten Skandale der Musikgeschichte. In Paris befahl Napoleon III. die Aufführung der Oper "Tannhäuser". Nach drei tumultartig verlaufenden Vorstellungen – Wagner hielt sich nicht an die Konventionen des damaligen Pariser Opernbetriebs – zog der Komponist das Werk wieder zurück. (keh)