Streit um Internet-Standort Nordrhein-Westfalen
Die rot-grüne Landesregierung kritisiert den Internet-Plan des NRW-CDU-Chefs Jürgen Rüttgers.
Der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen schlägt hohe Wellen – und natürlich will sich keine Partei nachsagen lassen, angesichts EDV-Fachkräftemangel und Internet-Boom nicht zukunftsfähig zu sein. Nachdem sich gestern, wie berichtet, die Grünen und die CDU der Themen Computer und Internet bemächtigt haben, meldet sich nun auch die SPD-geführte NRW-Landesregierung zu Wort.
Die Vorwürfe des CDU-Spitzenkandidaten Jürgen Rüttgers, an Rhein und Ruhr sei in den vergangenen Jahren ein Potenzial von 100.000 neuen Arbeitsplätzen verloren gegangen, wies die rot-grüne Landesregierung scharf zurück. Zum Internet-Plan Rüttgers' erklärte Regierungssprecher Klaus Klenke, Nordrhein-Westfalen sei bereits Internet-Standort Nummer eins. Rüttgers sei "schlicht nicht im Bild". Es sei bezeichnend, dass er für seine absurden Falschbehauptungen auf die Beratung von Berliner Experten zurückgreifen müsse, die Nordrhein-Westfalen bestenfalls von der Landkarte kennen könnten.
Nach Angaben von Klenke arbeiten in Nordrhein-Westfalen bereits drei der von Rüttgers vorgeschlagenen so genannten Internet-Inkubatoren, also Venture-Capital-Firmen, die Startups bei ihren ersten Schritten beraten. Bis Ende kommenden Jahres würden landesweit 20 dieser Gründungshelfer tätig sein, erklärte der Regierungssprecher. Auch bei der Förderung junger Unternehmen, der Aus- und Weiterbildung sowie im E- Business sei Nordrhein-Westfalen Spitze. (jk)