Kanadischer Mobilfunker Telus überlegt Wechsel von CDMA zu GSM
Trotz Umbaukosten von einer halben Milliarde kanadischer Dollar könnte sich der Umstieg für Telus lohnen: Den Betrag nimmt der konkurrierende GSM-Anbieter Rogers Wireless jedes Jahr allein über Roaming-Leistungen für Kanada-Besucher ein.
Das CDMA-Mobilfunknetz des kanadischen Betreibers Telus könnte bald auf GSM umgerüstet werden. Dies berichten kanadische Medien. Das Unternehmen selbst kommentiert die Meldungen nicht. Den Berichten zufolge wurde dem Vorstand bereits ein konkreter Plan vorgelegt, auch Netzwerklieferanten sollen bereits um die Abgabe von Angeboten ersucht worden sein. Die Umbaukosten werden von Analysten auf eine halbe Milliarde kanadische Dollar (rund 331 Millionen Euro) geschätzt.
Derzeit gibt es in dem zweitgrößten Land der Erde zwei große CDMA-Netzbetreiber (Telus sowie Bell Mobility), die sich ihre Netze gegenseitig zur Verfügung stellen, und einen großen GSM-Anbieter (Rogers Wireless). Daneben versorgt nur noch Ice Wireless einige Orte in den Northwest Territories mit GSM. Rogers soll alleine durch Kanada-Besucher pro Jahr eine halbe Milliarde kanadische Dollar an Roaming-Umsätzen generieren. Hinzu kommen Einnahmen bei Auslandsreisen der eigenen Kunden.
Diese Roaming-Einnahmen will sich Telus den Berichten zufolge nicht entgehen lassen. Insbesondere bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver winkt ein großes Geschäft. Etwa vier Fünftel aller Mobilfunk-Teilnehmer weltweit nutzen GSM. Die Roaming-Möglichkeiten und damit –Einnahmen mit CDMA sind daher relativ beschränkt. Außerdem kommt manches beliebte Endgerät, wie etwa das iPhone, nur für GSM auf den Markt. Andere Modelle kommen für CDMA verzögert und sind oft wesentlich teurer, da weniger Geräte abgesetzt werden können. Analysten haben auch Bell nahe gelegt, auf GSM umzusteigen. Nach Bekanntwerden der möglichen neuen GSM-Konkurrenz durch Telus gab der Kurs der Rogers-Aktie nach. (Daniel AJ Sokolov) / (pmz)