Indien: Breitbandprojekt ohne ausländische Netzwerktechnik
Kein ausländischer Telecomausrüster darf Netzwerktechnik für ein nationales Breitbandprojekt in Indien liefern. Damit geht das zuständige Ministerium über die Forderung nach Ausschluss der chinesischen Konzerne Huawei und ZTE hinaus.
Die indische Regierung hat alle ausländischen Telecomausrüster von einer Ausschreibung für ein milliardenschweres Breitbandprojekt ausgeschlossen. Laut der Economic Times fehlen auf der Liste des Ministeriums für Telekommunikation unter den zugelassenen Herstellern von GPON-Technik (Gigabit Passive Optical Network) Ericsson, Nokia Siemens Networks, Alacatel-Lucent, Huawei und ZTE. Sie können deswegen auf keine Aufträge im Zusammenhang mit dem rund 3 Milliarden Euro teuren National Optic Fibre Network (NOFN) hoffen, Internet in Breitbandgeschwindigkeit ins Hinterland bringen soll.
Im Oktober 2012 hatte der Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses vor den chinesischen Telekommunikationsausrüstern Huawei und ZTE gewarnt. Dabei ging es um Sicherheitsbedenken angesichts der unklaren Verstrickung zwischen den Unternehmen und der chinesischen Führung. In der Folge hatte in Indien eine Entwicklungsabteilung des Ministeriums für Telekommunikation den Ausschluss der beiden Konzerne von wichtigen Regierungsprojekten gefordert. Mit dem Bann gegen alle ausländischen Hersteller geht das Ministerium aber nun noch einen Schritt weiter.
Unter den zugelassenen Ausrüstern finden sich laut Economic Times Unternehmen wie Himachal Futuristic Communications, Tejas Networks oder United Telecoms. Von den ausgeschlossenen Konzernen habe sich keiner zu der Entscheidung äußern wollen. Aber anonym seien Zweifel daran angemeldet worden, dass die indische Konkurrenz überhaupt in der Lage sei, die Anforderungen zu erfüllen. Darüber hinaus sei darauf hingewiesen worden, dass das Projekt nun teurer werden dürfte, da in Indien produzierte Geräte knapp 20 Prozent mehr kosten als Importe. (mho)