Squeak- und Croquet-Entwickler Andreas Raab gestorben
Der gebĂĽrtige Rostocker war nicht nur der Smalltalk-Community durch seine Beteiligung in den Projekten Squeak und Croquet bekannt. Der als offener und stets hilfsbereiter Mensch geltende Entwickler starb kĂĽrzlich ĂĽberraschend in Berlin.
- Frank MĂĽller
Der gebĂĽrtige Rostocker Andreas Raab ist den Smalltalk-Entwicklern weltweit durch seine Bedeutung fĂĽr die Projekte Squeak und Croquet bekannt. In beiden Systemen hat er eng mit dem BegrĂĽnder der Objektorientierung Alan Kay zusammen gewirkt, fĂĽr Croquet war er einer der Principal Architects. Seine Spuren finden sich heute in ĂĽber 6000Â Methoden in Squeak, und auch im aktuellen Pharo sind ĂĽber 3000Â Methoden mit seiner Signatur versehen.
Stets galt sein Streben sowohl der Verbesserung bestehender Systeme als auch der Erforschung neuer Wege. Das zeigt sich gerade im innovativen Charakter Croquets als weltweit verteiltes Netz virtueller Welten. Hier bewegt sich der Nutzer und Entwickler in Form eines Aktors in einer dreidimensionalen Welt ĂĽber seine Rechnergrenzen hinweg und ist in der Lage, direkt mit anderen kollaborativ am Code zu arbeiten.
Raab galt unter den Smalltalk-Entwicklern der Welt als ein offener und stets hilfsbereiter Mensch, nicht nur brillant in seiner Liebe für Smalltalk. Sein offener Brief als Antwort auf den 11. September drückte hier nicht nur sein Mitgefühl für die betroffenen Menschen aus. Vielmehr bat er alle, sich nun verstärkt für eine Annäherung und ein besseres Kennenlernen der Kulturen auch mithilfe des Internets einzusetzen und so eine friedvolle Welt anzustreben.
Andreas Raab wurde am 14. Januar 2013 überraschend in Berlin in ein Krankenhaus eingewiesen und ist dort noch am gleichen Tag verstorben. Er hinterlässt seine Frau Kathleen Raab. Raab wurde nur 45 Jahre alt.
Zu Croquet und Smalltalk:
- Mehr als ein Spiel; Croquet: Verteilte Benutzerwelten mit Smalltalk; iX 10/2005, S. 136
- Partytime; Smalltalk -- zum aktuellen Stand der ersten objektorientierten Programmiersprache; iX 11/2005, S. 116
(ane)