Thunderbird muss noch kein Geld verdienen

Über einen Umsatzbringer wie die Searchbox im Firefox müssen sich die Thunderbird-Entwickler noch nicht den Kopf zerbrechen, erklärt der neue Mozilla-CEO John Lilly in einem Interview.

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Von
  • Felix Longolius

Das mit mindestens drei Millionen US-Dollar finanziell gut ausgestattete Team des Mail-Clients Thunderbird von Mozilla muss zunächst keinen besonderen Wert auf Wirtschaftlichkeit legen. Das geht aus einem Interview mit Mozillas neuem CEO John Lilly hervor. Auf die Frage, wie man mit dem Produkt Gewinne macht, könne man sich später noch konzentrieren, sagte Lilly dem Branchendienst InformationWeek. Er verweist darauf, dass man auch vor Markteinführung des Firefox 1 nicht gewusst habe, wie man damit Gewinne erwirtschaften kann.

Welche Möglichkeiten überhaupt in Frage kämen, mit dem E-Mail-Programm Geld zu verdienen, lässt er dabei weitgehend offen. Lilly weist in diesem Zusammenhang auf ein anderes Projekt hin, an dem er beteiligt ist, den Miro Player. Hier experimentiere man mit Werbung im Video-Stream. Doch insgesamt könne er nicht sagen, wie das Pendant zur Firefox-Searchbox beim Thunderbird aussehen könne. Der Browser brachte mit der integrierten Google-Suchbox 2007 einen Umsatz von 61 Millionen US-Dollar für die Mozilla Foundation. Insgesamt lag der Umsatz bei 66,8 Millionen US-Dollar.

Die Version 3 des Firefox-Browsers soll noch im ersten Halbjahr 2008 erscheinen, sagt Lilly weiter. Der Browser befindet sich momentan im Entwicklungsstadium. Für eine Beta habe die Firefox 3 Beta 2 aber schon eine hohe Qualität erreicht. Auf die Frage, ob es Firefox in Zukunft auch für Symbian-Handys geben wird, sagt Lilly, dass sich die Symbian-Verantwortlichen nicht gerade einladend verhalten würden. Es werde aber sicher daran weitergearbeitet. Insgesamt hält er Linux für die zukünftige Mobil-Lösung.

Ob das Ende fĂĽr das Digital Rights Management (DRM) gekommen ist, dazu hat Lilly ĂĽbrigens eine geteilte Meinung: FĂĽr Musik werde wohl DRM verschwinden, bei Filmen verhalte es sich aber gegenteilig. Es gebe im Ăśbrigen bedeutungsvolle geschlossene Projekte und Closed-Source-Projekte. So habe er sich ein Amazon Kindle gekauft, das ihm gefalle, doch sei es definitiv nicht offen.

Die Mozilla Foundation ist die Vermarktungsfirma der Open-Source-Projekte Firefox und Thunderbird. Lilly beziffert das verfügbare Kapital momentan auf rund 50 Millionen US-Dollar. Einen Grund, mit dem Projekt an die Börse zu gehen, sieht er nicht. (flo)