Sharp kauft sich bei Pioneer ein
Sharp wird mit der Übernahme von 30 Millionen Aktien zum größten Anteilseigner Pioneers. Die beiden japanischen Unternehmen wollen künftig gemeinsam Produkte entwickeln.
Die japanische Sharp Corporation kauft 30 Millionen Pioneer-Aktien im Wert von 357 Millionen US-Dollar, hält damit 14,2 Prozent der Aktienpakete und wird so zum größten Anteilseigner bei Pioneer. Im Gegenzug übergibt Sharp ein Prozent seiner Stammaktien im Wert von 171,4 Millionen US-Dollar an den japanischen Mitbewerber. Die Unternehmen wollen nach eigenen Angaben künftig gemeinsam Unterhaltungselektronik-Produkte entwickeln, wobei ein Fokus auf Displays liegt, dem Spezialgebiet beider Firmen. Die Kooperation sei eine Antwort auf die harten Marktbedingungen im Elektronikbereich. Ziel sei es, die Entwicklungskosten durch gemeinsame Aktivitäten zu senken, um so die notwendigen Investitionen reduzieren zu können. Man wolle aktiv kooperieren und das in beiden Firmen vorhandene Know-how nutzen. Eine Zusammenlegung der Geschäftsführung sei dagegen weder jetzt noch in den kommenden Jahren geplant, versicherten die Präsidenten der Unternehmen.
Auf einer Pressekonferenz erklärte Sharps Präsident Mikio Katayama, dass die Synergien beispielsweise beim ultraflachen LCD-TV greifen würden, den Sharp kürzlich vorgestellt hat: Für die Lautsprecher im extrem dünnen Flachbildfernseher wolle man auf Pioneers Audio-Expertise setzen. Auch bei der neuen DVD-Generation, im Bereich der Autoelektronik und hier insbesondere den kleinen und mittelgroßen Displays und dem Videoequipment würden die Unternehmen voneinander profitieren können.
Pioneers Präsident Tamihiko Sudo erläuterte, sein Unternehmen könne in Zukunft nur schwer allein bestehen. Der Einstieg von Sharp biete die Möglichkeit, weiter zu expandieren. So beabsichtige Pioneer, die LCD-Flachbildfernseher von Sharp ins eigene Programm aufzunehmen. Anders als die führenden Plasmahersteller Matsushita, LG und Samsung bietet Pioneer bislang ausschließlich Displays in Plasmatechnik, was nicht zuletzt angesichts der aktuellen Entwicklung bei Plasmaverkäufen dauerhaft Probleme aufwerfen dürfte. Die Integration der LCD-TVs sei jedoch kein Abschied von der Plasmatechnik, beteuerte Tamihiko Sudo; man wolle weiterhin Plasmadisplays fertigen. Partner Sharp, der früher als alle anderen Displayhersteller ausschließlich auf die LCD-Technik gesetzt hat, will auch weiterhin keine Plasmafernseher anbieten. An künftigen Displaytechniken wie den organischen Displays wolle man indes gemeinsam forschen. (uk)