Mali: Krieg ohne Bilder
Der französische Militäreinsatz in Mali verläuft anscheinend nach Plan. Was genau an der Front passiert, ist allerdings unklar. Beobachter sind nicht erwünscht, Fotoreporter können lediglich Bilder von zerstörten Gebäuden oder Geländewagen machen.
- dpa
(Bild:Â facebook.com/armeefrancaise )
Der Krieg im westafrikanischen Mali scheint für Frankreich bislang ein voller Erfolg: Erfolgsmeldung reiht sich an Erfolgsmeldung. Froh dürfte die französische Militärführung auch darüber sein, dass sie bislang die Informationshoheit über die Offensive haben, denn von der Front erreichen derzeit nahezu keine Bilder oder unabhängige Informationen die Öffentlichkeit. Nachrückende Fotoreporter könnten lediglich Aufnahmen von ein paar zerstörten Gebäuden oder Geländewagen machen – Leichen seien nicht zu sehen, heißt es in Agenturberichten. Der Grund: Die Franzosen würden penibel aufräumen, zitiert etwa der Chefreporter der Wirtschaftswoche, Florian Willershausen, den Fotografen David Sperry: Es gebe kaum Opfer, wenig Zerstörung. "So, als ob nichts gewesen wäre".
Dass indes nicht alles so reibungslos läuft, zeigen Berichte über Racheakte oder mutmaßliche Verbrechen malischer Soldaten, zu denen auch Außenminister Guido Westerwelle bereits Aufklärung forderte. Die französische Armeeführung versucht bereits einem möglichen Imageschaden vorzubeugen, wie ein Fremdenlegionär zu spüren bekam, der sich in Mali mit einer furchteinflößenden Totenkopfmaske fotografieren ließ. Dies sei inakzeptabel, ließ das französische Verteidigungsministerium mitteilen. Nichts soll den Eindruck erwecken, dass die Franzosen als die "Bösen" kommen. (keh)