Telecomkonzerne um KPN fordern stärkere Regulierung
Mobile Challengers Group nennt sich eine Gruppe von Mobilfunkfirmen, die bei der Lobbyarbeit fĂĽr eine striktere Regulierung eintritt. Sie sagt, in Deutschland habe ein Duopol die Marktmacht.
Eine Gruppe von Mobilfunk-Anbietern um den niederländischen KPN-Konzern hat eine schärfere Regulierung der europäischen Telekommunikationsmärkte gefordert. Sie sehen sich im Wettbewerb mit Schwergewichten wie die Deutsche Telekom, Telefónica, BT oder Vodafone benachteiligt, da sie in ihren jeweiligen Ländern erst später gestartet sind.
"Wir sind der Überzeugung, dass eine gründliche Überprüfung der Situation in den nationalen Märkten erfolgen sollte, mit dem Ziel, eine langfristige Vision zu den Themen nationaler Wettbewerb, Infrastrukturwettbewerb, Wettbewerb bei Diensten und Terminierungsentgelt-Politik festzulegen", heißt es in einem am Mittwoch in Barcelona veröffentlichen Brief an EU-Medienkommissarin Viviane Reding. Absender ist die Interessenvertretung Mobile Challengers Group, der neben den KPN-Töchtern E-Plus und Base die Telecomfirmen Wind, 3, Avea und Play sowie die französische Bouygues Telecom angehören.
Thorsten Dirks, Chef des deutschen Anbieters E-Plus, fordert daher, dass die EU-Kommission die Terminierungsentgelte ins Visier nimmt. Diese erhalten die Unternehmen für Anrufe in ihr Netz, und sie stellen eine wichtige Einnahmequelle dar. Nach Ansicht von Dirks sollten die Entgelte stärker an die realen Kosten des Netzbetriebs angepasst werden, was zu deutlichen Abschlägen bei den Großkonzernen führen würde.
Mit einer höheren Differenz bei den Terminierungsentgelten sollen die finanziellen Nachteile durch den Netzbetrieb ausgeglichen werden. Die erzielten Preisvorteile wollen die Firmen an ihre Kunden weiterreichen. Dirks verwies dabei auf die in der vergangenen Woche angekündigte Absenkung der Tarife für die Datennutzung im europäischen Ausland. (dpa) / (anw)