Forschungszentrum Garching feiert 50-jähriges Bestehen
Seit 1993 habe die bayerische Staatsregierung mehr als eine Milliarde Euro investiert, hieß es. Rund 435 Millionen Euro flossen in den Forschungsreaktor FRM-II, neben einer Einrichtung in Grenoble der weltweit leistungsstärkste Forschungsreaktor.
- dpa
Mit einem Festakt ist am Mittwochabend das 50-jährige Bestehen des Forschungszentrums Garching gefeiert worden. Ausgangspunkt des Wissenschaftszentrums nördlich von München war die Inbetriebnahme des Forschungsreaktors FRM-I – er wurde wegen der charakteristischen Hülle auch Atom-Ei genannt – im Oktober 1957. Seither hat sich Garching von einer kleinen Gemeinde im Norden Münchens zu einer Wissenschaftsstadt entwickelt. Zahlreiche Einrichtungen der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, fünf von zwölf Fakultäten der Technischen Universität München, vier Max-Planck-Institute, das Leibniz-Rechenzentrum, das Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturforschung und andere Einrichtungen wurden in Garching angesiedelt.
Der FRM-I ist längst vom modernen Nachfolgereaktor FRM-II ersetzt worden, der den Forschern als Hochleistungs-Neutronenquelle zur Verfügung steht. Vom FRM-I blieb die charakteristische Aluminium-Hülle aber als Denkmal erhalten. "Das Forschungszentrum Garching ist eine eindrucksvolle Bestätigung, dass der politische Schwerpunkt für Bildung und Forschung in Bayern richtig war und bleibt", sagte der scheidende Minsterpräsident Edmund Stoiber (CSU) beim Festakt.
Nach den Worten Stoibers soll in den nächsten Jahren in Garching ein Katalysezentrum für die chemische Fakultät angesiedelt und das Walter-Schottky-Institut für Halbleiterelektronik erweitert werden. Allein seit 1993 habe die Staatsregierung mehr als eine Milliarde Euro in das Forschungszentrum investiert. Rund 435 Millionen Euro flossen in den 2004 eröffneten neuen Forschungsreaktor FRM-II, der weltweit zusammen mit der Einrichtung im französischen Grenoble der leistungsstärkste Forschungsreaktor ist.
Bayern gebe derzeit rund drei Prozent seines Bruttosozialproduktes für Forschung und Entwicklung aus. "Aber wir dürfen hier nicht stehen bleiben", sagte Stoiber. Bis 2020 soll der Anteil auf 3,6 Prozent steigen. Bis 2011 sollen bayernweit 38 000 zusätzliche Studienplätze geschaffen werden, 60 Prozent davon in den Ingenieurswissenschaften. (dpa) / (jk)